Warum die Westbahn sinnvoll für Lintorf ist

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Lintorf. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) lud zu einem Runden Tisch zur Reaktivierung der Westbahn ins alte Lintorfer Rathaus. Unter den 20 Teilnehmern kam kaum die Hälfte aus Lintorf. Der Rest: Höseler, Homberger, Düsseldorfer, Ratinger. Darunter aber auch Vertreter der Parteien, des BUND und die Landtags-Abgeordnete Elisabeth Müller-Witt.

Hans Jörgens vom VCD Düsseldorf begrüßte als Experten beim Runden Tisch Marcel Beckmann, beim Kreis Mettmann für den Nahverkehr zuständig, Ralf Dammann, beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) für die Infrastrukturplanung zuständig, den Ratinger Beigeordneten Jochen Kral und Iko Tönjes vom VCD-Landesverband.

In kurzen einführenden Vorträgen stellten die vier Experten die Vorteile der Westbahn dar und berichteten über den Stand des Projektes. Beckmann stellte klar, dass die Westbahn nur möglich ist, wenn ein drittes Gleis gebaut wird. Täglich fahren auf dem sogenannten EU-Vorrangkorridor Rotterdamm-Genua 220 Güterzüge in beide Richtungen. „Der Kreis, Ratingen, Düsseldorf, Duisburg und der VRR wollen die Reaktivierung der Westbahn“, erklärte Beckmann für den Kreis Mettmann.

Dass ein 20-Minuten-Takt möglich sei, habe die Machbarkeitsstudie von 2015 gezeigt, sagte Dammann. Der VRR-Experte wies darauf hin, dass dafür aber noch viele Randbedingungen erfüllt sein müssten. Rund 70 Millionen Euro würde das Projekt kosten, die im Wesentlichen das Land zur Verfügung stellen müsste. Die Fahrzeit von Lintorf bis zum Düsseldorfer Hauptbahnhof würde etwa 20 Minuten dauern, sagte Damm auf Nachfrage.

Der Beigeordnete Kral machte deutlich, dass bei Bau eines dritten Gleises die Fertigstellung des Projektes noch etwas dauern könnte, vielleicht sogar länger als so manches Rathausprojekt. Derzeit bemüht sich die Stadt darum, dass das Projekt in den ÖPNV-Bedarfsplan 2017 aufgenommen wird. Nur dann gibt es überhaupt eine Chance für die Verwirklichung. Gemeinsam mit weiteren fünf Städten hat Ratingen am Stadt-Umland-Wettbewerb des Landes teilgenommen. Das Projekt hat die nächste Runde erreicht und 200.000 Euro für die Erstellung eines Konzeptes erhalten. In dem Regio-Netzwerk genannten Wettbewerbsbeitrag schlagen die beteiligten Städte vor, die Reaktivierung der Westbahn durch eine Siedlungsplanung in den beteiligten Kommunen zu begleiten. In dem Konzept ist auch eine Anbindung Lintorfs an den Radschnellweg von Kaiserswerth nach Duisburg enthalten. Außerdem könnte die Tingelbahn-Trasse als Radweg aus dem Lintorfer Norden zum alten Bahnhof ausgebaut werden.

Tönjes wies seitens des VCD-Landesverbandes darauf hin, dass die Westbahn politische Unterstützung aus den betroffenen Städten braucht. Er erklärte, dass das Geld in Wirklichkeit nicht vom Land käme, sondern aus Bundesmitteln gezahlt würde. Das Land würde es nur weiterverteilen. Er ist sich sicher, dass die Westbahn ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz sei.

In der anschließenden Diskussion zeigte sich sehr schnell, dass die übergroße Mehrheit die Reaktivierung des Personennahverkehrs auf der Güterzugstrecke befürwortet. Die Vorteile, so die Meinung, würden einfach überwiegen. Der Beigeordnete Kral versicherte auf Nachfrage auch, dass die Unterführung am Konrad-Adenauer-Platz fertig sei, bevor der erste S-Bahnzug auf der Westbahnstrecke führe.

Die Lintorfer wollen in den nächsten Tagen Unterschriftenlisten fertigen und in den Geschäften verteilen, um damit die Landesregierung auf das Interesse der Lintorfer für die Westbahn aufmerksam zu machen.

Die Stadt Ratingen fordert in ihrer Stellungnahme die Aufnahme der drei möglichen S-Bahnhaltepunkte in Lintorf, Tiefenbroich und West in den Regionalplan. Wer will, kann noch bis zum 7. Oktober zum zweiten Entwurf des Regionalplanes Stellung nehmen. Stellungnahmen können per E-Mail eingereicht werden.

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