Wallhöfe: Infoveranstaltung für anderes Konzept

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Ratingen. Die Einwender und Antragsteller für ein ökologisches, bürgernahes und städtebauverträgliches Konzept der Wallhöfe und die Bürger Union Ratingen laden zu einer Informationsveranstaltung am Montag, 23. März, 20 Uhr im Gemeindesaal der katholischen Kirchengemeinde St. Peter und Paul in der Turmstraße ein. Zentrale Forderung der rund 40 Einwendungen ist das Zurücksetzen der Bebauung an der Wallstraße, um den ursprünglich geplanten Grüngürtel mit den historischen Resten der Bodendenkmäler und dem Stadtgraben zu verwirklichen.

Kritisiert wird die Freistellung von der Gestaltungssatzung mit der Gefahr, dass eine weitgehend geschlossene, wenn auch verklinkerte fast vier Meter hohe Betonwand entlang der Wallstraße, entsteht. Im weiteren Verlauf entsteht eine nahezu vollflächige Überbauung der Wohnbaufläche mit geschlossenen Wänden zum Park und zur vorhandenen Wohnbebauung. Aufgrund des abschüssigen Geländes ragt diese Betonwand bis zu sechs Meter unmittelbar vor den Häusern am Düsseldorfer Platz, sagen die Kritiker.

Durch die völlig überdimensionierte Planung von fast 5000 zusätzlichen Quadratmeter Verkaufsfläche für Einzelhandel werden nicht nur zahlreiche inhabergeführte Geschäfte in der Innenstadt und der Wochenmarkt Probleme bekommen, heißt es in einer Pressemitteilung der Veranstalter. Der Stellplatzbedarf für dieses Objekt erfordert den Bau einer Tiefgarage, die fast bis zum Beamtengässchen reicht und der ein Teil des jetzigen Baumbestandes und der Spielplatz geopfert wird. Als Kompensation wird ein Mehrgenerationenpark angeführt.

Mehrere Einwender bezeichnen die architektonischen Entwürfe schon jetzt als Bausünde aus dem vorigen Jahrhundert. Fast einhellig wird das Ganze als reine Investorenplanung betrachtet, die sich nicht in das Stadtbild einfügt und nach allen Seiten abschottet.

Auch planungsrechtlich hat der Entwurf zahlreiche Schwachstellen, bemängeln die Initiatoren der Infoveranstaltung. Der zweite Teil der Tiefgarage (zwischen Wallpassage und Beamtengässchen) wurde von dem eigentlichen Verfahren abgetrennt, obwohl es sich um zusammenhängendes Gebäude handele und die Stellplätze für das Projekt zum Teil mit gerechnet würden. 

Die Verständigung mit den Anwohnern am Düsseldorfer Platz ist gescheitert. Die Einwohnerversammlung hat einstimmig beschlossen, gegen die Baugenehmigung zu klagen. Die Klage scheint erfolgsversprechend.

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