Vortrag und Film: Horst Bieneks Gleiwitzer Kindheit

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Hösel. Der mit zahlreichen Literaturpreisen und dem Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnete Autor Horst Bienek wurde im Oberschlesischen Gleiwitz geboren. Am Dienstag, 7. Dezember, 18:30 gibt es im Oberschlesischen Landesmuseum, Bahnhofstraße 62, einen Vortrag von Professor Daniel Pietrek und einen Film von Vera Botterbusch über Horst Bieneks Gleiwitzer Kindheit.

Nach einem kurzen Vortrag von Professor Daniel Pietrek zeigt die Publizistin, Filmemacherin und Fotografin Vera Botterbusch ihren Film „Jede Straße führt in die Kindheit – Der Schriftsteller Horst Bienek“. Ein Publikumsgespräch rundet den Abend ab.

Als 16-jähriger 1946 aus Oberschlesien vertrieben, ging er in die sowjetische Besatzungszone, absolvierte dort ein Zeitungsvolontariat und wurde 1951 von Bertolt Brecht ans Berliner Ensemble geholt. Im November desselben Jahres verhaftete die Staatssicherheit Bienek nach entsprechenden Verhören. In einem Schauprozess wurde er wegen angeblicher „antisowjetischer Hetze“ und Spionage für die USA zu 20 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Nach vier Jahren Haft kam er im Zuge einer Amnestie frei und ging in die BRD. Er arbeitete dann vor allem journalistisch, als Lektor und ab 1968 als freier Schriftsteller in München.

Am 7. Dezember 1990 starb Horst Bienek im Alter von nur 60 Jahren. In vielen seiner Werke thematisierte er den Ort seiner Kindheit und den Verlust der Heimat, so in seiner Gleiwitzer Roman-Tetralogie. Dies geschah jedoch immer im Geiste der Völkerverständigung, Groll hegte er nicht. Heimat war für ihn ein Begriff, der an Menschen, Tradition und Sprache hing; Landschaften, Wälder und Flüsse reichten nicht aus. Die Rückkehr in die Heimat, in die nicht selten schmerzhaften Kindheitstage, vollzog er literarisch, und setzte damit der 1945 untergegangenen Welt seiner Heimatstadt ein dauerhaftes Denkmal.

Foto: Horst-Bienek-Archiv (um 1938)