Vortrag: Juden in der Ukraine

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Essen. Am Donnerstag, 25. Juni, 19 Uhr lädt die Alte Synagoge Essen, Edmund-Körner-Platz 1, zu einem Vortrag zum Thema „Juden in der Ukraine heute: Gibt es eine Zukunft?“ von Rabbiner David Vinitz. Der Eintritt ist frei.

Seit dem Mittelalter war die Ukraine jüdisches Ansiedlungsgebiet. Aus dem Heiligen Römischen Reich deutscher Nation kamen mit den Vertreibungen aus den Städten tausende Familien in diesen Teil des Königreichs Polen-Litauen. Im 16. Jahrhundert herrschte dort eine Blütezeit für jüdisches Leben und ein Teil der Juden war Gutspächter für Adelige, was sie in eine schwierige Stellung zwischen polnischen Landbesitzern und ukrainischen Bauern brachte. Nachdem Priester die Bauern gegen Juden aufgehetzt hatten, kam es 1648/50 zu massiven Pogromen.

In der Sowjetunion blühte anfangs die jiddische Kultur, doch in den 1930er Jahren begann die Unterdrückung. Die Wehrmacht besetzte 1941 weite Gebiete. Wer konnte, flüchtete in die UdSSR. Die Schoah führte zur Ermordung vieler ukrainischer Juden: Auf dem Gebiet der UdSSR von 1939, zu der die Ukraine gehörte, wurden 1,2 von 4 Millionen Juden umgebracht. 1959 wurden noch 840.000 Juden in der Ukraine gezählt. Der Druck des Regimes führte von den 1970er Jahren an zu einer allmählichen Auswanderung nach Israel und in die Vereinigten Staaten von Amerika.

Heute wird die Zahl der Juden in der Ukraine auf 67.000 geschätzt: Haben die Gemeinden eine Zukunft? Wie hat sich jüdisches Leben nach 1990 verändert? Dazu wird Rabbiner David Vinitz aus Wuppertal, der auch promovierter Historiker ist, Stellung nehmen.

Foto: Elke Brochhagen, Stadt Essen

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