Vorm Brexit: Kurzurlaub im Nordosten Englands

Werbung

Sunderland/Newcastle. Noch sind es zwei Jahre, bevor Großbritannien die Europäische Union verlassen wird. Noch ist ein Besuch des Vereinigten Königsreichs ziemlich einfach. Von Düsseldorf aus ist der Nordosten Englands gerade einmal eine gute Flugstunde entfernt. Immerhin eine halbe Stunde benötigt man dann noch mit der Metro – eher eine S-Bahn – vom idyllischen Flughafen Newcastle in die Stadt am Tyne und eine ganze Stunde bis ins benachbarte Sunderland am Wear. Beides alte Industriestädte, das eine – Newcastle – mit vielen historischen Bauten, das andere mit einer im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstörten Stadtmitte mit zweckmäßiger Nachkriegsarchitektur.

Wer als Deutscher hauptsächlich in der Eurozone unterwegs ist, muss natürlich daran denken, sein Geld in britische Pfund zu tauschen. Doch das ist an beiden Flughäfen, Düsseldorf und Newcastle, möglich. Der Personalausweis genügt für die Reise. Die Notwendigkeit warmer Kleidung im englischen Frühling wird vom deutschen Besucher deutlich überschätzt. Die Engländer sind auch bei zehn Grad im ärmellosen T-Shirt und in kurzer Hose unterwegs, die Engländerinnen auch gerne im schulterfreien Top und bauchfrei.

Sunderland

no images were found

Wer aber glaubt, in eine neblige, verregnete Gegend zu kommen, kann schnell enttäuscht werden. Selbst im hohen Norden Englands kann die Sonne ein ganzes Wochenende vom blauen Himmel scheinen. Dann wird es schwierig, einen Platz im Freien in einem der zahlreichen Cafés zu finden. Noch schwieriger ist es aber ein freies Plätzchen am Freitag- oder Samstagabend in einem der unzähligen Pubs zu bekommen. Zwischen 18 und 23 Uhr scheinen sich dort sämtliche Engländer auf ein oder auch mehrere Biere zu treffen.

Ungwohnt für den deutschen Gast: Man holt sich sein Bier selbst an der Theke, Kellner gibt es keine. Als äußerst schwierig erweist es sich, die randvoll gefüllten Biergläser – ohne jede Schaumkrone – unbeschadet an seinen Sitzplatz zu bringen. Übrigens, die Sitzplätze sind auch im Pub gerne Ledersessel.

Newcastle

no images were found

In Newcastle ist bereits seit dem Späten Mittelalter Kohle gefördert worden. Ab dem 16. Jahrhundert war die Kohle der Hauptexportartikel der Stadt. Auch der Schiffsbau spielte hier eine gewichtige Rolle. In Newcastle, das bis 1974 Verwaltungssitz der Grafschaft Northumberland war, stand aber auch die erste Fabrik für Dampflokomotiven. Sie wurde gegründet von Robert Stephenson.

Wesentlich bedeutender als der Kohlebergbau war der Schiffsbau für das benachbarte Sunderland. Seit Ende des 17. Jahrhunderts wurden hier mehr als 2800 Schiffe gebaut. Ein Denkmal auf dem alten Werftgelände erinnert daran. Die letzte Werft schloss allerdings 1988, das letzte Kohlebergwerk 1994. Auf dem Gelände des Bergwerks befindet sich heute das „Stadium of Light“, in dem der Fußball-Erstligist AFC Sunderland spielt. Die Brauerei Vaux, 1837 im Zentrum errichtet, war 170 Jahre lang einer der größten Arbeitgeber, wurde jedoch 2000 geschlossen.

Werbung

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.