Vor 75 Jahren: Lintorf wird befreit

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Lintorf. Es ist Dienstag, 17. April 1945. Gegen acht Uhr hissen Lintorfer auf dem Turm von St. Anna eine weiße Fahne. Der Zweite Weltkrieg ist in Lintorf beendet. Von Angermund her marschieren amerikanische Truppen ins Dorf. Der 18. April 1945, genau heute vor 75 Jahren, war der erste Friedenstag in Lintorf nach über fünfeinhalb Jahren Krieg.

Die Besetzung Lintorfs durch amerikanische Truppen verlief friedlich. Die Lintorfer hatten rechtzeitig die Panzersperren beseitigt. Sie leisteten keinen Widerstand. Die Amerikaner kamen als friedvolle Sieger. Erst viele Jahre später erkannten die Deutschen, dass die Alliierten eigentlich als Befreier gekommen waren.

Werner Frohnhoff erlebte den Einmarsch der Amerikaner am Vormittag des 17. April persönlich. In der Quecke, der Zeitschrift des Vereins Lintorfer Heimatfreunde (VLH), beschrieb er das Erlebnis: „Von weitem war dumpfes Motorengeräusch zu hören. Ich war neugierig, schwang mich auf mein Fahrrad und fuhr Richtung Bahnübergang/RWE. Plötzlich kam mir die Kolonne auf dem Breitscheider Weg entgegen. Das erste Fahrzeug war ein Jeep mit einer weißen Fahne.“

75 Jahre Befreiung Lintorfs. Das nutzten Heimatverein und Johann-Peter-Melchior-Schule, die seit vergangenem Jahr eine Bildungspartnerschaft verbindet, für ein gemeinsames Projekt.

Walburga Dörrenberg, stellvertretende Vorsitzende des Heimatvereins, lieferte die historischen Hintergründe zum Kriegsende in Lintorf. „Die Viertklässler haben Geschichten und Bilder zum Thema Frieden erarbeitet“, so Dörrenberg.

Eine ganz tolle Leistung der Viertklässler. Schade, dass der feierliche Abschluss des Projektes abgesagt werden musste.

Walburga Dörrenberg, stellvertretende Vorsitzende des Heimatvereins

Beides sollte in einem Friedensbuch gedruckt und  veröffentlicht werden. Für den 30. April war eine offizielle Feierstunde geplant. „Dann kam Corona und wir mussten die Feier absagen“, bedauert Dörrenberg die Entwicklung.

Doch Schulleiterin Marlene Stuckart und deren Stellvertreterin Melanie Klein haben das Projekt weiter durchgezogen. Die Schüler haben zuhause Bilder und Texte angefertigt. Denn die Schule ist seit dem 13. März wegen Corona geschlossen.

Fliegerabwehrstellung an der Rehhecke (Foto: Archiv Heimatverein)

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