VLH: Zeitzeugenprojekt 11. September

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Lintorf. Der 11. September 2001 ist vielen noch in deutlicher Erinnerung. In diesem Jahr ist kein besonderer Gedenktag, aber am 11. September lädt der Verein Lintorfer Heimatfreunde (VLH) zu seinem gewöhnlichen Vortragsabend ein. Für Walburga Dörrenberg und Andreas Preuß, die die Vortragsabende gemeinsam organisieren, Anlass genug, sich an diesem Abend mit dem Geschehen in New York, Philadelphia und Arlington zu beschäftigen. So entstand die Idee, Schüler der Käthe-Kollwitz-Realschule Lintorfer Zeitzeugen befragen zu lassen.

Am vergangenen Dienstag trafen sich nun zu einem ersten Kennenlernen fünf Zeitzeugen, drei Lintorfer und je ein Breitscheider und Höseler, mit 14 Realschülern und deren Geschichtslehrerin Sabine Münz im Sitzungssaal des ehemaligen Rathauses. Die Schüler sind in der achten und neunten Klasse, haben den 11. September 2001 also nicht selbst erlebt. Für sie sind die Ereignisse Geschichte wie die alten Römer oder die deutschen Kaiser.

„Nach diesem Kennenlernen wollen wir zwei weitere Treffen machen, bei denen dann inhaltlich gearbeitet werden wird“, erklärt Walburga Dörrenberg. Zusammen mit Sylvia Kleimann, im Beirat des Heimatvereins zuständig für die Tagesfahrten, hat Dörrenberg das Zeitzeugenprojekt mit der Realschule geplant. 

„Wir waren gespannt, welche Zeitzeugen sich auf unseren Aufruf in der Zeitung (der Lintorfer berichtete) melden würden“, so Dörrenberg. Die Geschichten der fünf Zeitzeugen sind sehr unterschiedlich.

Da ist der New-York-Besucher, der am Tag des Anschlags zu den Niagarafällen flog. Die nächsten Tage gab es keine Flüge zurück nach New York. Oder die Lintorferin, deren Freundin am Tag des Anschlags aus Amerika nach Düsseldorf flog. Deren Sohn aber saß in der Maschine, die in Philadelphia abstürzte. Zum Glück war er bei einem Zwischenstopp ausgestiegen. 

Ein anderer Zeitzeuge aus Lintorf kannte das Worldtrade-Center seit dessen Bau, hatte es immer wieder besucht, Freunde wohnten in der unmittelbaren Nachbarschaft. „Die Bilder von den Anschlägen haben mich getroffen“, sagt er.

Oder die Höselerin, die wenige Tage nach den Anschlägen aus den USA zurück nach Deutschland flog. „Zwei arabisch aussehende Männer saßen im Flugzeug, wir haben sie die ganze Zeit nicht aus den Augen gelassen“, erzählt sie den Schülern, ihre damalige Angst ist immer noch zu spüren.

Michael Remmert (Foto) war aber noch näher am Geschehen. Für die ARD war der Kameramann am 11. September 2001 in New York, zufällig nur wenige hundert Meter entfernt vom Worldtrade-Center. „Wir haben den ganzen Tag gedreht und das Material sofort nach Deutschland geschickt“, so Remmert. Das war damals allerdings noch deutlich aufwendiger als heute.

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