VLH: Ungewohnte Bilder aus den 50ern

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Lintorf. Etwa 50 Lintorfer waren ins alte Rathaus gekommen, um unbekannte Fotos aus dem Lintorf der 1950er Jahre zu sehen. Und sie kamen beim Vortrag des Lintorfer Heimatvereins auf ihre Kosten. Dietmar Falhs, Fotoarchivar des Heimatvereins, hatte eindrucksvolle Bilder des ehemaligen Zeitungsfotografen Rainer Klöckner herausgesucht.

Es waren Bilder mit zahlreichen Baustellen. „Kein Wunder“, so Dietmar Falhs, „schließlich wurden in den 50er Jahren fast sämtliche Straßen in Lintorf ausgebaut und asphaltiert.“ Immer wieder im Bild die Krummenweger Straße, die Duisburger Straße oder auch der Nördliche Zubringer nach Düsseldorf.

Ein Foto zeigte den Eisenbahnübergang am Dickelsbach in Höhe des Beekerhofes. Ein Bahnübergang, den es seit Jahrzehnten nicht mehr gibt und an den sich kaum jemand erinnert. Ein Bild dokumentierte den Brand im Asyl auf dem heutigen Konrad-Adenauer-Platz. Fast 30 Schweine verbrannten damals. Eine Besucherin erzählte, dass sie als Neunjährige am Fenster gestanden und das Quieken der Schweine gehört habe.

Ein anderes Foto zeigte eine Situation in der Johan-Peter-Melchior-Schule, vermutlich eine Veranstaltung anlässlich eines Schuljubiläums. Ein Mädchen steht vor dem Publikum. „Das bin ich, ich musste ein Gedicht vortragen“, erzählte eine Teilnehmerin und schickte noch eine Anekdote nach. An dem Tag trug sie ihren ersten Büstenhalter. Die bluse sei so eng gewesen, dass die große Schwester ihr verboten hätte, das Gedicht ohne BH vorzutragen.

Im März kommenden Jahres wird Dietmar Falhs Klöckner-Fotos aus dem Lintorf der 60er Jahre zeigen. Der Zeitungsfototgraf Rainer Klöckner hat etwa 300.000 Negative hinterlassen. Diese hat das Stadtarchiv Ratingen gekauft und wertet sie derzeit aus.

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