VLH: Altes Lintorf in Bildern für Alt und Jung

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Linorf. „Die Rheinische Post spricht in ihren Artikeln jener Zeit immer etwas spöttisch von der Metropole des Angerlandes, wenn sie Lintorf meint“, sagt Dietmar Falhs. „Als Lintorfer haben wir daraus den Titel für unser gemeinsames Buch gemacht: Lintorf – Metropole des Angerlandes“, so Bastian Fleermann. Das stellte der Verein Lintorfer Heimatfreunde (VLH) am Dienstag im evangelischen Gemeindezentrum der Öffentlichkeit vor. Ab sofort ist es im Buchhandel für 24 Euro erhältlich. Am Samstag, 4. September, 10 bis 12 Uhr kann es aber auch beim Heimatverein im alten Rathaus, Speestraße 2, gekauft werden.

Barbara Lüdecke, Vorsitzende des Heimatvereins, begrüßte Esther Betz, ehemalige Herausgeberin der Rheinischen Post, Manfred Buer, Ehrenvorsitzender des Heimatvereins, und zahlreiche Vertreter von befreundeten Vereinen zur Buchvorstellung im evangelischen Gemeindezentrum. Kevin Riexinger spielte am Klavier Musik der 50er und 60er Jahre, passend zum Buch. Lüdecke danke der Anton-Betz-Stiftung, die sich an den Druckkosten beteiligt hat.

Das Buch umfasst 264 Seiten und viele hundert schwarzweiß Fotos aus Lintorf des Zeitungsfotografen Reiner Klöckner. Die Fotos entstanden zwischen 1953 und 1975. Sie zeigen ein Lintorf im Wandel. Dietmar Falhs hat die Bilder aus dem Klöckner-Nachlass zusammengestellt, Bastian Fleermann hat eine kleine Gesellschaftsgeschichte jener Jahre in Lintorf dazu geschrieben. Er konzentriert sich auf die Menschen, die nicht so oft in der Geschichte erwähnt werden: Frauen, Kinder, Patienten der Psychiatrie, Vertriebe und Displace Persons, also Bewohner des ehemaligen Lagers an der Rehhecke.

Reiner Klöckner (1923-2000) war von 1953 bis 1989 Fotograf der Rheinischen Post, zunächst in der Lokalredaktion Velbert, dann in Ratingen. In der Ratinger Zeit machte er auch viele Fotos in Lintorf.

„Insgesamt umfasst der Nachlass im Stadtarchiv wohl um die 300.000 Fotos“, erzählt Falhs, der Fotoarchivar des Heimatvereins. Bis 1987 sind alle Bilder digitalisiert, bis 1976 verschlagwortet und bis 1974 in einer Datenbank eingetragen. Ungefähr 11.500 davon sichtete Falhs für das neue Buch.

Die Idee zu dem Buch entstand im vergangenen Jahr. Als die Vorträge des Heimatvereins wegen Corona ausfallen mussten, konnten auch die Vorträge mit Bildern des Ratinger Fotografen nicht mehr stattfinden. „Dabei war der Sitzungssaal im Rathaus völlig überfüllt bei den Vorträgen“, so Falhs. Man habe im Verein nach Alternativen gesucht. Das Buch ist das Ergebnis dieser Suche.

„Wenn man sich die Fotos anschaut“, so Bastian Fleermann, „sieht man sofort, dass Reiner Klöckner kein Hobbyfotograf war.“ Sie fangen immer auch die Stimmung ein, seien es die Bauarbeiter auf der Baustelle an der Speestraße oder die Kinder im Lager an der Rehhecke.

Die Bilder zeigten aber auch sehr deutlich, wie sich Lintorf in den 30 Jahren nach Kriegsende verändert habe, so Fleermann. Den Krieg habe es praktisch unbeschadet überstanden. Bei der Eingliederung in die Stadt Ratingen 1975 aber sei von dem Lintorf aus der Vorkriegszeit oder der unmittelbaren Nachkriegszeit praktisch nichts mehr übrig gewesen.

Das qualitativ hochwertige Buch ist in der Lintorfer Druckerei Preuß hergestellt worden und im Dorste Verlag erschienen. Karl Heinz Wetterau hat die Bilder bearbeitet und Dorothee Brandenstein hat das Buch lektoriert.

Das Buch ist im Buchhandel erhältlich. Der Heimatverein verkauft es an diesem Samstag, 4. September, 10 bis 12 Uhr im alten Rathaus und während der Bürozeit, montags 10 bis 12 Uhr, auch im Büro des Heimatvereins im alten Rathaus an der Speestraße 2. Das Buch kostet 24 Euro.

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