VHS: Leben im real existierenden Sozialismus

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Duisburg. Die Volkshochschule (VHS) Duisburg hat gemeinsam mit dem Verein „Gegen Vergessen – Für Demokratie e. V.“ und weiteren Partnern zum 30. Jubiläum der Wiedervereinigung eine Vortragsreihe organisiert. Den Auftakt macht Steffen Hering am Freitag, 2. Oktober, um 20 Uhr im Stadtfenster an der Steinschen Gasse 26 in der Stadtmitte mit seinem Vortrag „Gelernter DDR-Bürger“. Er referiert über das Leben im real existierenden Sozialismus.

Als Jahrgang 1962 kann Steffen Hering über 27 Jahre Leben in der DDR bis zu deren Ende berichten. Kindergarten, Schulzeit, Abitur in Quedlinburg am Harz, Grundwehrdienst in Bad Frankenhausen am Kyffhäuser sowie Studium und Diplom-Ingenieur im VEB Kraftverkehr in Dresden. Wie Angela Merkel war er in der FDJ-Gruppe, was gleichbedeutend war mit seiner Schulklasse als „Wandzeitungsverantwortlicher“ für Agitation und Propaganda zuständig.

Während des Wehrdienstes ist er beinahe im Armee-Knast Schwedt gelandet. Im ersten Studienjahr bekam er einen schweren Verweis mit Androhung der Exmatrikulation. Aus dem Berufsleben kündet eine Stasi-Akte von der OPK (Operative Personenkontrolle) „Fisch“. Unabhängig davon war es ein normales Leben mit sorgenfreier Kindheit und Jugend im Kreis von Familie, Freunden und Freundinnen, spätere Heirat war nicht ausgeschlossen. Zwei Kinder kamen zur Welt. Heute lebt Steffen Hering als Wossi und freier Dozent in Duisburg.

Der Eintritt ist frei. Est wird um Anmeldung gebeten, Telefon 0203/283-3725.

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