Vernissage: Großer Andrang in Essen

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Essen. Im Landgericht Essen präsentiert die Düsseldorfer Immendorff-Schülerin Johanna R. Wiens die Ausstellung „Das Gedächtnis der Städte“. Zur Vernissage kamen auch eine hochrangige chinesischen Delegation von Richtern des Obersten Volksgerichtes der Volksrepublik China, zahlreiche Richter aus den chinesischen Provinzen Ningxia, Gansu und Tianjin sowie weitere etwa 80 Gäste (so der Essener Bürgermeister Rudolf Jelinek, die Präsidentin des Landgerichts Essen, Monika Anders, und Eva Sybille Disse, Vorsitzende des Vereins „Justiz und Kultur im Landgerichtsbezirk Essen e.V.“)

Wiens, deren dreijähriger Aufenthalt in China, Taiwan und Japan, von besonderer Bedeutung für ihr künstlerisches Schaffen war, freute sich besonders über den Besuch der chinesischen Gäste, die so begeistert waren, dass sie die Künstlerin mit dieser Ausstellung nach Peking einluden.

Insgesamt werden im Landgericht 15 Arbeiten der Malerin gezeigt. Die auffälligsten Werke sind: das Triptychon „Justitia. Wandel der Zeit. Cosmas und Damian“, das sich der Geschichte Essens widmet, sowie „Aneurysma“.

Das großformatige Triptychon besteht aus zahlreiche  Fragmenten der Geschichte Essens, wie zum Beispiel Monumenten der Industriekultur, der Siedlung Margarethenhöhe, dem Kloster Werden sowie berühmten Persönlichkeiten wie Helmut Rahn und Alfred Krupp, die die Stadt und ihre Identität prägten.

Auf dem Bild „Aneurysma“ wird – in einem heruntergekommenen Krankenhausbau – eine Verletzung am Kopf der Göttin „Europa“ mit einem roten Faden genäht, während Konrad Adenauer und Charles de Gaulle, die Not-Operation besorgt beobachten. 

Wiens Arbeiten sind eine malerisch –philosophische Betrachtung über Geschichte und ihre Konstruktion. Geschichte ist dabei in ihrem Sinne eine Anhäufung von Ereignissen, die sie in ihren Werken festhält.

In diesem Sinne versteht Wiens Kunst auch als Erinnerungsarbeit – als künstlerisch gestaltetes Gedächtnis und gleichzeitig als Warnung an die Gegenwart: „Erinnerung schafft Identität – ohne das Wissen um die Vergangenheit gibt es keine würdige Zukunft“, betont die Künstlerin und ergänzt: “Es ist für mich von existenzieller Bedeutung, Erkenntnisse, Erfahrungen, Kommunikationsprozesse und die in Wort und Bild festgehaltenen Gefühle und Gedanken, die uns Menschen hinterlassen haben, zu sichern, auszuwerten und dabei gleichzeitig mit dem Wissen um die Vergangenheit die Gegenwart mitzugestalten – malerisch.“ 

Foto: privat

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