Vergessen ist einfacher als erinnern

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Ratingen. Am Donnerstag, 13. September, startet die neue Veranstaltungsreihe „Vergessen ist einfacher als erinnern“. Damit möchten das Kulturbüro, die Stadtbibliothek, das Stadtarchiv, die Gleichstellungsstelle und der Ratinger Heimatverein verstärkt auf die Gedenktage in den kommenden Wochen und Monaten hinweisen. So jährt sich dieses Jahr die Reichspogromnacht zum 80. Mal und das Ende des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal.

Die Stadt Ratingen hat in Anbetracht dieser historisch bedeutsamen Daten eine klare Haltung: Auch nach 100 Jahren ist Erinnerungskultur sehr wichtig. Denn wer sich erinnert, kann auch eine bessere Zukunft gestalten. Erinnern bedeutet dabei nicht nur stilles Gedenken, sondern auch lernen, informieren und diskutieren.

Die Veranstaltungsreihe beginnt am Donnerstag, 13. September, um 17.30 Uhr mit der Stadtführung „Ratingen im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648)“. Der etwa zweistündige Rundgang mit Joachim Schulz-Hönerlage führt zu Orten, die vor, während und nach dem Dreißigjährigen Krieg Bedeutung für die Stadt und ihre Einwohner hatten oder die Schauplätze von besonderen Ereignissen waren. Themen des Rundgangs sind die konfessionellen Konflikte, die Einquartierungen von Truppen unterschiedlicher Nationalität und die Verteidigung und Zerstörung der Stadt. Der Treffpunkt für die Führung ist das Mahnmal am Kirchplatz von St. Peter und Paul. Die Teilnahme kostet drei Euro je Person.

Am Donnerstag, 20. September, folgt von 17.30 bis 19 Uhr ein Stadtrundgang zum Ende des Ersten Weltkriegs und dem Beginn der Weimarer Republik. Der Stadtrundgang spürt den Ereignissen an der „Heimatfront“ nach und zeigt die Veränderungen im Leben der Ratinger auf. Von der Aushängung der Mobilmachungsplakate am alten Rathaus, der Arbeit von Frauen und Kriegsgefangenen in der Rüstungsindustrie, der Reaktion auf die Ausrufung der Republik und den ersten Maßnahmen des Ratinger Arbeiterrates führt der Weg anhand historischer Fotografien durch die Innenstadt. Treffpunt für den Stadtrundgang ist das Kino, Lintorfer Straße 1. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Es folgen Musik und Kabarett mit der Gruppe Liederschlag (9. Oktober), ein Vortrag und eine Filmvorführung zu „Kindertransporte“ (30. Oktober), ein Stadtrundgang „80 Jahre 9. November“ (voraussichtlich am 7.November), die Ausstellung „1918: Das Ende des 1. Weltkrieges und die Einführung des Frauenwahlrechts“ (Eröffnung am 8. November im Medienzentrum), eine Zentralveranstaltung zum Volkstrauertag (18. November) und die damit verbundenen Gedenkfeiern und Kranzniederlegungen in den Stadtteilen.

Ein Flyer mit allen Veranstaltungen liegt im Kulturamt, in den Stadtteilbibliotheken, im Stadtarchiv und dem Museum aus. 

Archivfoto: Stadt Ratingen

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