UDE: Die Geheimnisse der Caprichos

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Essen. Welche Geheimnisse bergen die Radierungen von Francisco de Goya, die schon seine Zeitgenossen versuchten zu interpretieren? Dies herauszufinden, machten sich drei Romanisten von der Universität Duisburg-Essen (UDE) zur Aufgabe. Die Ergebnisse sind jetzt nachzulesen in dem dreibändigen, über 2000 Seiten fassenden Werk „Die handschriftlichen Kommentare zu Goyas Caprichos. Edition, Übersetzung, Deutung“. Die Forscher stellen es am Donnerstag, 23. November, 18.30 Uhr öffentlich im Essener Glaspavillon vor. Dazu gibt es spanische Musik von Gitarrist Volker Höh.

Den Zyklus von 80 Caprichos veröffentlichte der spanische Maler im Jahr 1799. Kritisch greift er darin soziale, religiöse und politische Probleme auf. Doch schon wenige Tage später wurden die Radierungen aus Furcht vor Repressalien wieder aus dem Handel genommen. Unter der Hand kursierten sie weiter, und Goyas Zeitgenossen schrieben handschriftlich nieder, wie sie die vielen verborgenen Anspielungen verstanden.

Diese geistreichen und erzählenden Kommentare, die in zahlreichen Versionen überliefert sind, waren nie zusammenhängend erfasst, übersetzt und analysiert worden – bis sich Goya-Experte Professor HelmutJacobs, Nina Preyer und Mark Klingenberger damit befassten. Sie bargen in sieben Jahren akribischer Arbeit wertvolle Information: „Wir konnten etwa zeigen, dass nicht Goya selbst den ersten Kommentar verfasste, um damit den Schlüssel zur Deutung seines Zyklus zu liefern. Vielmehr ließ er ihn über seine Freunde verbreiten, weil er einer politisch brisanten Anmerkung entgegnen musste“, erklärt Jacobs. „Damit wollte er seinen Ruf als königlicher Hofmaler wahren.“

Foto: UDE

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