TusFit: Verfallsdatum abgelaufen?

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Lintorf. Ein ungewohntes Bild im Gesundheitszentrum des Tus 08 Lintorf. Halle 1 zur Garderobe umfunktioniert, vor der Küchentheke eine kleine Sektbar und in Halle 2 tummeln sich etwa 130 gut gekleidete Herrschaften, die den Weg durch den eisigen Wind am Sonntag Nachmittag nicht gescheut hatten. Waren sie doch gekommen, um sich von Günni, verkörpert durch Oliver Priebe, auf äußerst unterhaltsame Art erklären zu lassen, wie das Verfallsdatum hinausgeschoben werden kann.

Ob Modeszene, Gesundheitssystem, der Freundeskreis oder gar die eigenen Kinder oder Enkelkinder. Laut Günni, der gerade seinen 50. Geburtstag gefeiert hat, legen es alle nur darauf an, ihm zu zeigen wie alt er schon sei. Vergesslich sei er allerdings tatsächlich geworden und müsse sich nun mit kleinen Zetteln helfen, um sich an wichtige Ereignisse oder Aufgaben zu erinnern. „Hier zum Beispiel: Susanne – Montag. Muss ich Susanne Montag anrufen? Kommt Susanne am Montag oder heißt Susanne vielleicht Montag?“, ich kann mich nicht mehr erinnern, murmelt Günni während er einen der zahlreichen kleinen gelben Zettel von der Pinnwand in Händen hält. In einem Potpourri von Geburtstagsansprachen karrikiert er den „Verfall“ des jugendlichen Elans. Zum 90. Geburtstag schlurft er, vom Rollator gestützt, im Bademantel und ungekämmt auf die Bühne und erzählt, dass ihm seine Tochter gesagt habe, dass jemand heute seinen 90. Geburtstag feiere. „Mein Vater wurde 89, also ist er jetzt seit einem Jahr tod“, fügt er nachdenklich hinzu. Die Zuschauer, viele davon selbst im besten Alter, fühlten sich teilweise selbst dargestellt und erkannten die Komik, die sich in all diesen kleinen Geschichten, von außen betrachtet, offenbart.

Manfred Haufs, Präsidiumsmitglied des Tus 08 Lintorf hat lange dafür gekämpft, das Kabarett Flin nach Lintorf zu holen. Es hat sich gelohnt. Vom Publikum gab es lang anhaltenden Applaus für einen sehr unterhaltsamen Vorabend. Detlev Czoske vom Vorstand hatte aufmerksam zugehört und kam mit einem Spickzettel auf die Bühne. Auf diesem hatte er die Namen all derer notiert, die die Veranstaltung erst durch ihre Hilfe möglich gemacht hatten. Für die Künstler gab es die „Meilensteine“, den Bildband zum 110-jährigen Jubiläum des Vereins.

 

 

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