TuS Breitscheid: Ideen des neuen Vorstands

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Breitscheid. Die Mitglieder des TuS Breitscheid haben auf der letzten Jahreshaupt-Versammlung einen neuen Vorstand des Sportvereins gewählt. Der Lintorfer sprach mit den neuen Vorsitzenden des TuS Breitscheid, Chantal Gobrecht und Taner Egin-Richter, über ihre Vorstellungen über die Zukunft des Vereins.

Lintorfer: Frau Gobrecht, Herr Egin-Richter, zunächst herzlichen Glückwunsch zur Wahl! Direkt hinterher die Frage: Warum sind Sie angetreten?

Chantal Gobrecht: Für mich war das – wie man so schön sagt – Ehrensache. Ich bin von Kindesbeinen an im TuS Breitscheid und bereits mit zwei Jahren das erste Mal bei der Breitscheider Nacht mitgelaufen. Meine ganze Familie ist im Verein aktiv, meine Eltern und Bruder arbeiten seit vielen Jahren ehrenamtlich mit. Deshalb war es für mich die logische Konsequenz, dem Verein auch etwas zurückzugeben.

Taner Egin-Richter: Vieles von dem was Chantal erwähnt, hat auch mich motiviert, auch wenn ich nicht auf eine so lange Vereinszugehörigkeit zurückblicken kann. Darüber hinaus habe ich durch meine vorherige Tätigkeit als Abteilungsleiter Triathlon sowie Geschäftsführer Einblicke in die Vorstandsarbeit erhalten und ich habe erkannt, dass der Verein neue Impulse braucht.

Lintorfer: Warum neue Impulse? Steht der Verein denn nicht gut da?

Egin-Richter: Der Verein steht derzeit insgesamt noch gut da. Dies ist insbesondere auch der engagierten Arbeit des bisherigen Vorstands zu verdanken. Hier sind zuvorderst Jürgen Bock und Wolfgang Regh zu nennen, ebenso Meinolf Runte. Jürgen und Wolfgang wurden nach 14 Jahren aber verständlicher Weise amtsmüde und haben erkannt, dass die Vereinsführung in jüngere Hände gelegt werden muss, um den TuS Breitscheid in die Zukunft zu führen.

Lintorfer: Was heißt denn „in die Zukunft führen“? Wie sich der TuS Breitscheid verändern und warum?

Egin-Richter: Ja, das ist notwendig und hier möchte ich zwei wesentliche Gründe nennen. Zum einen sind mit dem Verein auch dessen Mitglieder älter geworden und haben zum Teil heute andere Bedürfnisse oder Ansprüche an das Vereinsangebot als noch vor zehn oder 20 Jahren. Jemand der in den 90ern noch Marathon gelaufen ist oder Fußball gespielt hat, sucht heute einen Kurs für die Rückenstärkung. Gleichzeitig haben wir keinen ausreichenden Zulauf neuer und insbesondere auch junger Mitglieder. Daher müssen wir aktiv neue Mitglieder für den Verein gewinnen und auch an den Verein binden, insbesondere im Jugendbereich, damit der Verein nicht überaltert und ausblutet. Dazu wiederum müssen wir uns an einem geändertem Freizeitverhalten der Kinder und Jugendlichen ausrichten und vielleicht auch neue Sportarten wie Parcours, Bouldern oder eSports anbieten.

Gobrecht: Genau richtig. Darüber hinaus: Auch Breitscheid hat sich geändert. Das letzte große Bauprojekt ist inzwischen gut 15 Jahre her. Damals liefen uns neue Mitglieder förmlich zu. Heute müssen wir unsere attraktiven Angebote verstärkt nach außen kommunizieren. Weiterhin müssen wir erfahren, ob es Lücken in unserem Angebot gibt, die wir dann füllen müssen.

Lintorfer: Also geht es darum, neue Mitglieder zu gewinnen – auf Kosten der jetzigen?

Egin-Richter: Ganz und gar nicht! Wir haben in allen Abteilungen gefragt, wo der Schuh drückt. Reichen die Trainingszeiten? Gibt es genügend ausgebildete Übungsleiter? Erfüllt das Training die spezifischen Bedürfnisse der Sportler? Fühlt ihr euch ausreichend informiert über die Angebote des Vereins? Und so weiter. Aus den Antworten haben wir bereits erste konkrete Maßnahmen abgeleitet. Die Gewinnung neuer Mitglieder bringt uns nicht weiter, wenn die aktuellen Mitglieder nicht mit uns an einem Strang ziehen und auch für diese attraktive Angebote ausgebaut werden.

Lintorfer: Haben Sie ein Beispiel?

Egin-Richter: Na klar, auch mehrere! Die Läufer und Triathleten haben beklagt, dass beim Lauftreff jahraus jahrein immer das gleiche Tempo auf immer den gleichen Strecken gelaufen wurde. Als Reaktion bieten wir im Rahmen des Lauftreffs nun Lauftechnik-Übungen und Intervalltraining an. Um unsere Kommunikation zu verbessern, haben wir im Februar einen Newsletter an die Mitglieder versandt, Anfang April ist unsere überarbeitete Triathlon-Webseite an den Start gegangen.

Gobrecht: Hier möchte ich auch unseren besonderen Focus bei der Jugendförderung erwähnen. Leider haben uns in der Vergangenheit oft junge Talente verlassen. Auch hier wollen und werden wir besser werden. Schon jetzt gibt es im Triathlon ein hoch motiviertes Trainerteam, das junge Triathletinnen und Triathleten fördert und dabei auch nicht vergisst, dass Kinder und Jugendliche Spaß am Sport haben sollen. Neben dem gemeinsamen Training veranstalten wir mehrere gemeinsame Wochenenden in Jugendherbergen und Sportferien. Die tollen Erfolge bei der Duisburger Winterlaufserie und die Teilnahme von fünf Jugendlichen am diesjährigen NRW Nachwuchscup bestätigen uns in unserer Arbeit.

Egin-Richter: Stimmt. In anderen Abteilungen liegt aber noch viel Arbeit vor uns. Insbesondere beim Fußball wollen wir mit Jugendmannschaften wieder vertreten sein. Dazu werden wir gezielt in die Ausbildung und Bezahlung von Übungsleitern sowie Trainern investieren. Außerdem setzen wir auch bei den Kursangeboten auf hochqualifizierte Übungsleiter und Trainer.

Lintorfer: Das wird kosten. Woher kommt das Geld?

Egin-Richter: Von den Mitgliedern haben wir auf der Mitgliederversammlung das Mandat erhalten, die Jahresbeiträge maßvoll anzuheben, um maximal fünf Prozent. Dies ist für uns ein Vertrauensvorschuss, den wir zu schätzen wissen. Wir haben auch direkt versichert, dass wir natürlich über die sinnvolle Verwendung dieser Mittel informieren werden. Das werden wir sehr schnell und transparent tun und nicht erst auf der nächsten Versammlung in einem Jahr.

Gobrecht: Darüber hinaus sprechen wir gezielter als bisher Sponsoren an. Hier ist Klaus Stemmer bereits sehr erfolgreich unterwegs. Wir haben in den verschiedenen Abteilungen klare Konzepte und Leitbilder erarbeitet. Das heißt ein Sponsor weiß, wofür wir stehen und was wir erreichen wollen. Viele sind bereit, uns bei der Erreichung der Ziele zu unterstützen.

Lintorfer: Das klingt alles nüchtern und „kalkuliert“. Wird der TuS Breitscheid „professionell“?

Egin-Richter: Professionell im positiven Sinne! Sportlich gesehen haben wir uns für die kommenden Jahre in vielen Bereichen ehrgeizige Ziele gesetzt. Es muss aber niemand befürchten, dass wir ein reiner Leistungssportverein werden. Ein Ironman-Triathlet ist bei uns ebenso gut aufgehoben wie ein Walker oder die Teilnehmerin eines Yoga-Kurses. Die meisten wissen gar nicht, wie vielfältig das Angebot des TuS Breitscheid ist.

Gobrecht: Und wenn man diese Angebote den Beiträgen gegenüberstellt, dann braucht der TuS Breitscheid den Vergleich mit keinem anderen Verein zu scheuen. Dies können wir so anbieten, weil viele Mitglieder anpacken und mitmachen, wenn wir Hilfe brauchen. Sei es beim Verpflegungsstand der Breitscheider Nacht, im Meldebüro für den 24-Stunden–Lauf oder am Kuchenstand der Fußballturniere. Auch dieses Miteinander macht den TuS Breitscheid aus und unterscheidet uns von professionellen Anbietern.

Lintorfer: Frau Gobrecht, Herr Egin-Richter, herzlichen Dank für das Gespräch. Der Lintorfer wünscht viel Erfolg dabei, den TuS Breitscheid in die Zukunft zu führen!

Der Vorsitzende Taner Egin-Richter ist 43 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder. Er ist Projektmanager. Die stellvertretende Vorsitzende Chantal Gobrecht ist 28 Jahre und verheiratet. Sie ist Gymnasiallehrerin.

Foto: privat

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