Theater über den Aufstand der Pussy Riots

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Essen. „Pussy Riots – Aufstand in drei Akkorden“, so lautet der Titel eines spannenden Stückes, das ab Freitag, 6. Oktober, 19 Uhr wieder in der Box des Schauspiels Essen gezeigt wird. Der Eintritt kostet 17 Euro. Karten gibt es im Vorverkauf unter Telefon 0201/81 22-200 oder online unter www.schauspiel-essen.de. Weitere Vorstellungen sind am 14. Oktober, 4. und 25. November, jeweils 19 Uhr, Box in der Theaterpassage.

In der Uraufführung der jungen Regisseurin Magz Barrawasser und des Dramaturgen Florian Heller geht es um die 2011 gegründete feministische, regierungs- und kirchenkritische Band „Pussy Riot“, deren wohl spektakulärster Auftritt am 21. Februar 2012 in der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau stattfand: Am Morgen dieses Tages stürmten fünf junge Frauen in das Gotteshaus und verrichteten ein Gebet – ein Punk-Gebet. „Mutter Gottes, Jungfrau, verjage Putin!“ riefen sie und forderten damit die ganze Härte eines quasi-autokratischen Staates heraus: Nadeschda Tolokonnikowa und zwei ihrer Mitstreiterinnen wurden für die gewaltfreie Aktion wegen „Rowdytum aus religiösem Hass“ zu zwei Jahren Arbeitslager verurteilt. Das Urteil schlug weltweit hohe Wellen. Über Nacht wurden aus den aufständischen Punk-Musikerinnen gefeierte „Putin-Kritikerinnen“.

Aber der Gruppe – ein loser Zusammenschluss von etwa zehn jungen Frauen – ging es um mehr als nur um Putin, denn neben ihm tauchten auch die Stichworte Mutter, Gott und Jungfrau in der entscheidenden Zeile des Punk-Gebetes auf: Mit ihrem Auftritt versuchten sie zudem, für sich das Christentum zu retten. „Nicht nur haben sie sich mehrmals bei den Gläubigen entschuldigt, von denen sich viele durch ihre Performance vor den Kopf gestoßen fühlten. Die Wut über die kuschelige Verbindung zwischen Zar Putin und dem Orthodoxen Patriarchen Kyrill kommt aus einem letzten Rest Glauben“, wie Miriam Lau 2012 in der ZEIT schrieb. „Das Christentum“, hat Tolokonnikawa im Gerichtssaal gesagt, „unterstützt die Suche nach Wahrheit, nach konstanter Selbstüberwindung. Es ist kein Zufall, dass Christus sich mit Prostituierten umgeben hat. Deshalb sind wir in die Kirche gegangen.“

 

Szenenfoto: Diana Küster

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