Tagung: NS-Kulturpolitik in Duisburg

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Duisburg. Das Zentrum für Erinnerungskultur, Menschrechte und Demokratie veranstaltet am 17. und 18. November im Kultur- und Stadthistorischen Museum am Johannes-Corputius-Platz im Innenhafen eine Tagung zur „Nationalsozialistischen Kulturpolitik in Duisburg“.

An Beispielen aus Literatur, Musik, Film, bildende Kunst, dem damaligen Heimatmuseum, Archiv und Architektur soll in der Tagung untersucht werden, wie sich ideologische Vorgaben und konkrete (personal-)politische Entscheidungen auf das kulturelle Leben ausgewirkt haben. Die Vorträge konzentrieren sich dabei ganz auf die lokale Situation in der Stadt Duisburg.

Nach 1933 wurde die blühende und vielfältig ausdifferenzierte Kulturlandschaft auch in Duisburg stark beschnitten; teils haben die Akteure selbst diesen Prozess der ideologischen Indienstnahme aktiv unterstützt und betrieben. Umgekehrt besaß der NS-Staat kein ausgearbeitetes Kulturprogramm und auch vor Ort keine einheitliche Organisationsstruktur zur Umsetzung kulturpolitischer Ziele. Bürgerlich-nationale Traditionslinien, die weit vor 1933 einsetzten, wurden deshalb während der NS-Zeit oftmals fortgeführt und nur noch ideologisch zugespitzt. Die damit verbundene kulturpolitische Gewichtung und manche personalpolitische Entscheidung der Nationalsozialisten wirkten über 1945 hinaus fort und bildeten den Rahmen, in dem die kulturelle Infrastruktur nach dem Krieg wieder aufgebaut und entwickelt wurde.

Als Teil der Tagung findet zudem am Donnerstag, 17. November, um 18 Uhr in der Karmelkirche am Karmelplatz ein Kammerkonzert mit Werken des Komponisten Julius Weismann (1879-1950) statt. Weismann stand in der Tradition der Romantik und in Distanz zu modernen Entwicklungen. Seine Werke wurden während des Nationalsozialismus oft und gerne gespielt. Mit Duisburg verband den Komponisten eine enge Beziehung. Mehrere seiner Stücke wurden in Duisburg uraufgeführt. Heute verwahrt das Stadtarchiv Duisburg den Nachlass des Komponisten.

Die Tagung und das Konzert finden öffentlich statt, die Teilnahme ist kostenfrei. Anmeldungen werden per E-Post an zfe@stadt-duisburg.de oder telefonisch unter 0203/ 283-2155 entgegen genommen. Weitere Informatio gibt es auf der Internetseite des Zentrums für Erinnerungskultur.

Foto: Stadtarchiv Duisburg

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