Straßen NRW beginnt mit Gehölzpflege

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Gelsenkirchen. Am 1.Oktober beginnt für Straßen NRW wieder die Gehölzpflege-Saison. Bis zum 28. Februar 2021 dürfen dann Bäume an den Straßen gefällt werden, wenn es erforderlich ist. Doch die Sägen haben in diesem Jahr kaum still gelegen. Die extreme Dürre der vergangenen Sommer hat viele Bäume absterben lassen, Schädlinge und Krankheiten haben Gehölze stark geschädigt. Wird ein Baum zur Gefahr, müssen die Straßen.NRW-Meistereien handeln. Dann darf auch während der Vegetationsperiode gefällt werden.

Schon in der Jahresmitte war klar, dass sich der Aufwand mit Blick auf die Gefahrbäume mancherorts verdoppelt hat. Nicht jede Region ist in gleichem Maße betroffen. „Dort, wo wir große Fichtenbestände haben, die bis an die Straßen heranreichen, wurde bereits großflächig gefällt oder die Bestände müssen nun bearbeitet werden“, sagt Gerhard Schmidt, im Straßen.NRW-Betriebssitz Gelsenkirchen für die Grundsätze in der Grünpflege zuständig. Nicht immer ist Straßen.NRW für die Flächen verantwortlich. „Dann müssen die Eigentümer der Flächen handeln.“ Und das gilt auch bei Einzelbäumen, die auf Privatgelände stehen. „Unsere Meistereien weisen die Eigentümer in der Regel auf die Gefahrenbäume hin. Letztlich sind diese aber selbst dafür verantwortlich, dass von ihrem Grundstück keine Gefahr ausgeht.“

290.000 Einzelbäume sind im Baumkataster des Landesbetriebes eingetragen. Diese Bäume werden abhängig vom Alter in festgelegten Rhythmen von den Straßen.NRW-Baumkontrolleuren in Augenschein genommen. Ihr Zustand wird erfasst und dokumentiert. Diese Baum-Experten nehmen wie die Straßenwärterinnen und Straßenwärter aber auch den Rest der Bestände in den Blick – Böschungen und so genannte „flächige Bestände“ zum Beispiel in den Autobahn Auf- und Abfahrten. Bei den Kontrollfahrten der Meistereien geht es nach dem dritten Dürresommer in Folge längst nicht mehr nur um Schäden an Fahrbahn, Schildern oder Schutzeinrichtungen. „Wir haben mehr Personal in den Meistereien und nun auch mehr besonders geschulte Kräfte, was die Gehölzpflege angeht“, sagt Marcus Derbort, als Referatsleiter im Betriebssitz Gelsenkirchen für die Steuerung der Meistereien zuständig. „Damit reagieren wir auf den Klimawandel, der zusätzliche Herausforderungen für unsere Arbeit mit sich bringt.“

Doch zurück zur Routine: Gehölzflächen an Straßen und Parkplätzen brauchen Pflege. Die Bäume und Sträucher dürfen die Sichtachsen für die Verkehrsteilnehmer nicht versperren, Kronen müssen so geschnitten werden, dass auch höhere LKW noch gefahrlos passieren können. Und vor allem dürfen Bäume nicht zur direkten Gefahr für die Verkehrsteilnehmer werden, wenn sie zum Beispiel bei einem Sturm auf die Straße fallen. Diese Aspekte spielen eine Rolle, wenn Bestände regelmäßig „verjüngt“ werden. „Wir setzen die Gehölze auf den Stock“, erklärt Gerhard Schmidt. Dadurch treiben Bäume, die im dichten Böschungsbestand oft sehr lang und somit instabil geworden sind, buschig wieder aus. „Schon im folgenden Frühjahr wird eine solche Fläche wieder grün. Und bietet vor allem für Insekten für ein paar Jahre neuen Lebensraum“, sagt der Experte. Mit mehr Licht würden auf den freigeschnittenen Flächen viele Blühpflanzen folgen.

Für die Gehölzpflegesaison von Oktober bis März erstellt Straßen.NRW in jedem Jahr einen Arbeitsplan. Im Internet sind die vorgesehenen Strecken markiert, an denen der Baum und Strauchbestand gepflegt wird. Zusätzlich werden die Arbeiten, wenn sie den Verkehr stark beeinträchtigen oder große Flächen betreffen, mit den Kommunen abgestimmt und kurzfristig über eine Pressemitteilung angekündigt. Neu ist seit Anfang 2019, dass für viele Arbeiten Strecken voll gesperrt werden müssen. Hier greift der Arbeitsschutz, der für die Mitarbeiter der Meistereien und der beauftragten Firmen mehr Platz im Straßenraum fordert. „Gerade auf kleineren Straßen lässt sich dann nicht mehr mit einer halbseitigen Sperrung arbeiten“, bittet Marcus Derbort um Verständnis für die Umleitungen.

Foto: Straßen NRW

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