Stadt hilft Künstlern und Vereinen

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Ratingen. Ein millionenschweres städtisches Hilfsprogramm für kleinere Betriebe, Vereine und Selbständige, die wirtschaftlich besonders unter der Coronakrise leiden, hat der Stadtrat jetzt beschlossen.

„Mit unserem Programm wollen wir zwei Ziele auf einmal erreichen“, sagt Bürgermeister Klaus Pesch. „Wir retten Existenzen, und gleichzeitig erhalten wir die allgemein und zu Recht hoch geschätzte Ratinger Lebensqualität. Denn das tolle Flair unserer Stadt verdanken wir in erheblichem Maße der bunten Vielfalt an liebenswerten, inhabergeführten Geschäften, Lokalen und Dienstleistern, engagierten Vereinen und kreativen Kulturschaffenden.“

Aus Sorge vor einer drohenden Verödung der Innenstadt und der Stadtteilzentren hatte Bürgermeister Pesch das Hilfsprogramm im April initiiert. „Ich bin sehr dankbar, dass der Rat der Stadt jenseits aller politischen Rivalitäten meinem Vorschlag mit großer Mehrheit gefolgt ist“, sagt Pesch.

Das Zuschussprogramm hat ein Volumen von maximal 6,5 Millionen Euro, davon drei Millionen als zweckgebundene und rückzahlbare Liquiditätsbeihilfe. Es ist angelegt als ergänzende Unterstützung zu den bestehenden Bundes- und Landesförderprogrammen zur Bewältigung der Corona-Pandemie.

Das städtische Hilfsprogramm ruht auf drei Säulen. Inhabergeführte Einzelhandelsgeschäfte, Hotels, Gastronomiebetriebe und Dienstleister wie Friseure, Kosmetikstudios, Tanzschulen, Reisebüros oder Kinos mit Sitz in Ratingen können ebenso wie hauptberuflich freischaffende Ratinger Künstler einen Zuschuss von maximal 6000 Euro beantragen (jeweils 2000 Euro im Juli, August und September). Dafür müssen die Antragsteller allerdings eine Reihe von Voraussetzungen erfüllen. Die wichtigsten: Der Betrieb darf zum Beispiel eine bestimmte Größe nicht überschreiten (nicht mehr als 35 Vollzeitbeschäftigte zum Stichtag 28. Februar 2020) und er muss Umsatzeinbußen in einer bestimmten Höhe aufgrund der Corona-bedingten Einschränkungen nachweisen. Diesen Topf füllt die Stadt mit insgesamt drei Millionen Euro.

Dieselben Berechtigten können darüber hinaus auch Sonderdarlehen in gleicher Höhe beantragen, die ausschließlich als kurzfristige Überbrückungshilfen zur Bewältigung von Fixkosten dienen sollen. Sie sind daher zweckgebunden für Mietzahlungen, und zwar nur dann, wenn sich auch der Vermieter an den Hilfsmaßnahmen für gebeutelte Geschäftsleute beteiligt. Das Maximalvolumen beträgt auch hier drei Millionen Euro.

Eine halbe Million Euro stellt der Rat darüber hinaus für Ratinger Vereine zur Verfügung – als Sonderzuschuss zum Ausgleich von größeren Verlusten zum Beispiel durch einen erheblichen Rückgang der Mitgliederbeiträge. Auch aus diesem Topf gibt es im Einzelfall maximal 6000 Euro.

Die genauen Zuschussbedingungen und entsprechende Antragsformulare werden im Laufe des Monats Mai auf der Internetseite der Stadt Ratingen bereitgestellt. Die Verwaltung bittet, bis dahin von Nachfragen abzusehen.

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