Staatssekretärin Griese besucht Caritas

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Ratingen. Die Parlamentarische Staatssekretärin und Bundestagsabgeordnete für Ratingen Kerstin Griese (rechts) informierte sich über ehrenamtliche Flüchtlingshilfe in Ratingen bei einem Besuch des Fachdienstes Integration und Migration des Caritasverbandes Mettmann in Ratingen

Martin Sahler, Leiter des Fachdienstes, und Ursula Hacket, Koordinatorin der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe, freuten sich sehr über das Interesse an den Entwicklungen und Plänen in Ratingen. Sie erläuterten, dass sich die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe angesichts der Situation in der Ukraine neu herausgefordert sieht, aber weiterhin ein Angebot für alle in Ratingen angekommenen Flüchtlinge da ist. Die Hilfsbereitschaft in Ratingen ist dabei wieder erfreulich hoch und viele haben sich gemeldet und Hilfe angeboten.

Die Caritas wird diese Hilfsbereitschaft in Angebotsgruppen zu verschiedenen Einsatzfeldern organisieren, um nah bei den Geflüchteten aktiv zu werden. „Mit allen Ehrenamtlichen werden persönliche Gespräche geführt und Einsatzfelder werden besprochen“, so Uschi Hacket. Neben Erstorientierung, Hilfe in Unterkünften und bei Behördenangelegenheiten und Sprachförderung, sowie schulischer Betreuung von Kindern, als Lernpaten oder im Rahmen der Sprach- und Integrationslotsen haben Ehrenamtliche viele Möglichkeiten sich einzubringen. So geht es neben spontaner Hilfe bei infrastrukturellen Aufgaben der Stadt wie beispielsweise Bettenaufbau in Unterkünften, insbesondere um das längerfristige Engagement.

Dabei ist allen, auch den Ehrenamtlichen wichtig, dass die Flüchtlingshilfe diskriminierungsfrei arbeitet, die Angebote sind offen für alle Geflüchteten in Ratingen. „Ganz bewusst werden keine Angebote ausschließlich für Geflüchtete aus der Ukraine geschaffen“, betont Martin Sahler. Auch aus anderen Ländern kommen Geflüchtete nach Ratingen und benötigen Unterstützung.

Kerstin Griese berichtete über Entscheidungen und Vorhaben der Regierung und zeigte sich zufrieden, dass die Ämter und Institutionen aus den Erfahrungen um 2015 gelernt haben und vielerorts Prozesse vereinfacht haben. Sie sieht jedoch weiteren Bedarf, wie in einer vereinfachten Anerkennung von Berufsabschlüssen, um Geflüchtete schnell in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Die Staatssekretärin erkundigte sich nach besonderen Hemmnissen und Veränderungsbedarf aus der Sicht der Caritas. Martin Sahler wies vor allem auf den hohen Bedarf an Integrations-Sprachkursen hin; die deutsche Sprache ist der Schlüssel zur Integration und insbesondere der Integration in Arbeit.

Thematisiert wurden auch die die vielen Privatunterbringungen. Geflüchtete aus der Ukraine kommen oft bei Freunden und Verwandten unter oder auch bei privaten Personen. Die bemerkenswerte Gastfreundschaft vieler Menschen bedeutet nicht selten eine sehr hohe Herausforderung für alle, insbesondere wenn dann auch noch private Rückzugsmöglichkeiten fehlen. Eine möglichst schnelle Vermittlung in eigene Wohnungen ist daher eine wichtige Aufgabe. Die Ehrenamtskoordinatorin Uschi Hacket bereitet mit Ehrenamtlichen in den Caritasräumen an der Turmstraße eine Anlaufstelle für neu angekommene Geflüchtete aber auch für private Gastgeber vor. Hier sollen sie zwanglos bei einem Kaffee wichtige Information und Hinweise bekommen und Gesprächspartner und Unterstützung finden.

Foto: privat