St. Anna: Keine Fronleichnamsprozession

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Lintorf. An Fronleichnam 2019 scheint die Sonne über Lintorf. Die Fronleichnamsprozession der katholischen Kirchengemeinde St. Anna zieht von der Filialkirche St. Johannes zur Hauptkirche St. Anna im Dorf. Pfarrer Benedikt Zervosen trägt die Monstranz mit dem Allerheiligsten unter dem von der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Lintorf getragenen Himmel durch die Lintorfer Straßen. Der Gottesdienst fand in St. Johannes statt, in St. Anna erteilte der Pfarrer den Gläubigen den Schlusssegen.

In diesem Jahr konnte die Fronleichnamsprozession, die eine jahrhundertelange Tradition in Lintorf hat, nicht stattfinden. Wie so viele andere Veranstaltungen fiel sie der Corona-Epidemie zum Opfer.

Im frühen 20. Jahrhundert bis weit in die 1960er Jahre hinein war die Prozession eine Großveranstaltung in Lintorf. Die Gläubigen errichteten an mehreren Stellen im Dorf aufwändig gestaltete Altäre, an denen während der Prozession gebetet und gesungen wurde.

Angeblich haben die evangelischen Lintorfer in der Vorkriegszeit Wäsche in den Vorgärten aufgehangen, wenn die Prozession vorbeizog. Das jedenfalls wird in alteingesessenen katholischen Familien – heute schmunzelnd – erzählt. Dafür, so heißt es, hätten die Katholiken die Wäsche an Karfreitag aufgehangen. Heute gehen die beiden Gemeinden entspannter miteinander um. So beteiligt sich der evangelische Posaunenchor am Fronleichnamsgottesdienst und an der Prozession. Die – katholische – St. Sebastians Schützenbruderschaft Lintorf 1464 mit ihren zahlreichen evangelischen Mitgliedern feiert an Schützenfest ihren Gottesdienst zu Ehren der Verstorbenen seit vielen Jahren als ökumenischen Gottesdienst. Der findet seit einigen Jahren in der evangelischen Kirche statt.

Foto: privat

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