Spedition Dorst und 100 Jahre Stadtgeschichte

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Ratingen. Ein junger Ratinger kommt aus dem blutigen Ersten Weltkrieg nach Hause und muss seinen Eltern klar machen, dass er ihre kleine Bäckerei in der Mülheimer Straße nicht weiterführen will. Er will sich sein Leben in der neuen Berufssparte des Kraftfahrers verdienen. Es ist der Anfang einer Geschichte, die die folgenden 80 Jahre umfassende Familien- und Firmengeschichte der Ratinger Spedition Dorst schildert und diese in den Rahmen der Ratinger Stadtgeschichte einfügt. Zu finden sind diese Geschichten und die Bilder in einem Buch, das von dem Ratinger Journalisten und Buchautor Richard Baumann nach den Erzählungen der Familie und über Jahrzehnte zusammengetragenem Archivmaterial geschrieben und in diesen Tagen vorgestellt wird. Ab Montag, 27. März, ist es im örtlichen Buchhandel für 20 Euro erhältlich. Der Erlös aus dem Verkauf des Buches fließt als Spende an das Wohnheim der Lebenshilfe e.V. Ratingen.

Der junge Mann war Wilhelm Dorst, der zunächst als Fernfahrer, Fahrlehrer und Cheffahrer bei der DAAG arbeitete und dann 1935 die Spedition Dorst gründete. Ihm kam vor allem das damals in Ratingen produzierte Papier als Transportgut sehr zustatten, bis der Zweite Weltkrieg die gesamte aufblühende Entwicklung  zerstörte.

1950 auf der Kaiserswerther Straße 17: Mercedes L6500 mit zwei Anhängern, davor Stefan Malcharek (links) und Willi Dorst, davor Karl-Heinz Dorst, der 2006 Ratinger Karnevalsprinz war. (Foto: privat)

Interessant sind außerdem zwei Geschichten aus der frühen Nachkriegszeit, die Josef Keusen (früherer Chef der Schützenbruderschaft) und Hugo Herzberg (langjähriger Leiter der Tiefenbroicher Feuerwehr) als Jugendliche mit der Spedition Dorst erlebten. Natürlich gibt es auch einige Geschichten aus dem Fernfahrerleben.

In den folgenden Jahren wird praktisch an der Spedition Dorst die wirtschaftliche Entwicklung des Landes deutlich. Ebenso wird anschaulich beschrieben, wie sich die Stadt Ratingen in wirtschaftlicher Hinsicht entwickelt hat.

Weitere Themen sind etwa das Ratinger Gruitrecht von 1341 und eine Geschichte vom Ratinger Alt. Und auch die Ratinger Fußballgeschichte kommt nicht zu kurz. Es wird über ein Spiel von 1977 im Ratinger Stadion berichtet, das Ratingen 1:0 gegen eine Auswahlmannschaft aus Tirol gewonnen hat.

Neben Berichten über Transporte der besonderen Art, wie ein Handball-Tor für Center TV oder ein „Bärenstarker Weltrekord“ in Form des weltgrößten Roboters, erfährt der Leser auch, wie einem Bewohner des Lebenshilfe-Wohnheimes ein Lebenswunsch erfüllt wurde: Er wollte einmal, wie sein Vater, Fernfahrer sein.

Im Zusammenhang mit einem Treffen namhafter Spediteure zur Karnevalszeit in Ratingen wird berichtet, wie Krämer Ede für Unterhaltung sorgt. Weitere Themen sind das 700. Stadtjubiläum, die großen Bauprojekte, wie die Süd-Dakota-Brücke und die Entwicklung von Ratingen-West und Tiefenbroich.

Auch die Geschichte des Ratinger Brauchtums kommt nicht zur kurz: Wilhelm Dorst war 1935 Kompaniekönig der Hubertuskompanie, er baute nach dem Krieg das Reitercorps wieder auf und leitete es über 17 Jahre. 2006 waren Karl-Heinz und Wilma Dorst das Ratinger Prinzenpaar. Es wird darüber berichtet, wie sie auf der Boot zusammen mit Schirmherren und Adjutanten die Superyacht „Catwalk“ besichtigt haben.

Allen Mitgliedern der Familie und Firma Dorst war eines gemeinsam: Sie lebten – wie in dem Buch deutlich wird – ihr Leben in ihrer Heimatstadt Ratingen und mit ihren Menschen. Was aber noch wichtiger ist: Familie und Firma Dorst waren immer zur Stelle, wenn irgendwo Hilfe gebraucht wurde.

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