Skandinavische Simplizität: Das Kino Jan Troells

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Düsseldorf. Poetisches Kino, das authentische Geschichten von Menschen und ihren Schicksalen erzählt – dafür steht der schwedische Regisseur Jan Troell. In seinem Heimatland wird er neben Ingmar Bergman zu den bedeutendsten Filmemachern gezählt. Von Freitag, 7. April, bis Sonntag, 30. April, zeigt die Black Box mit der Reihe „Skandinavische Simplizität: Das Kino Jan Troells“ sieben Filme des Regisseurs.

Zum Auftaktwochenende wird Jan Troells bedeutendstes Werk, der Zweiteiler „Die Emigranten“ und „Das Neue Land“, am Samstag, 8. April, ab 17 Uhr gezeigt. Die Familiensaga mit Liv Ullmann und Max von Sydow in den Hauptrollen ist sowohl der teuerste als auch der erfolgreichste schwedische Film aller Zeiten. Er handelt von einer schwedischen Bauernfamilie, die Mitte des 19. Jahrhunderts aus sozialer Not in die USA auswandert.

Bei der Doppelvorstellung werden die Zuschauer zwischendurch kostenlos mit einem schwedischen Pausen-Imbiss und einer Tasse Kaffee gestärkt. Eine Reservierung für den Imbiss ist bis Donnerstag, 6. April, unter 0211-8992232 erforderlich. Bei freiem Eintritt kann der Film „Zandys Braut“ mit dem bekannten Hollywood-Schauspieler Gene Hackmann am Mittwoch, 19. April, 20 Uhr, gesehen werden. Hackmann spielt einen ungehobelten Viehzüchter im amerikanischen Westen, der seine Ehefrau fast genauso schlecht, wie sein Vieh behandelt.

Troells Kino, das sind Bilder von zärtlicher Schönheit, wenn er seine Protagonisten in Landschaften inszeniert, die nicht nur auf die Anmut der Natur verweisen, sondern auch auf ihre Macht und Größe – und so auf die Schicksalhaftigkeit des Lebens. Mit seinen epischen, von Feinfühligkeit durchdrungenen Filmen ist er ein leiser Regisseur. Seine psychologisch fundierten Menschenporträts erzählen von Jahreszeiten, Geburten und Todesfällen, von Kindern, vom Erwachsen werden und vom Alter, von kleinen Glücksfällen und der Unerbittlichkeit des Schicksals. Stark beeinflusst durch die sozialrealistische, bisweilen sozialistische, schwedische Literatur der 1920er-Jahre, ist Troells Kino von einem starken Humanismus geprägt. Er fängt Bilder ein, die voller Poesie, aber ohne romantische Verklärung eine Echtheit erzeugen, die man so nur selten erlebt. Troells feine Beobachtungskunst, seine Offenheit gegenüber scheinbar flüchtigen Momenten und Empfindungen, drücken Zärtlichkeit und Wärme aus und spiegeln zugleich sein grundlegendes Interesse am Menschen wider.

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