Schwierig: Fit bleiben ohne Trainingsmöglichkeiten

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Lintorf. Profifußballerin Anke Preuß ist vorübergehend nach Lintorf zurückgekehrt. Die erste englische Frauenliga hat den Spielbetrieb bis Ende April eingestellt. Der FC Liverpool, dort ist Preuß Stammtorhüterin, hat seinen Spielerinnen geraten, nach Hause zu fahren. Damit sie fit bleiben, hat der Trainerstab jeder Spielerin Trainingspläne für die Zeit bis Ende April mitgegeben.

Anfang vergangener Woche wurde auch in England deutlich, dass der Coronakrise wegen die sozialen Kontakte eingeschränkt werden müssen. Der FC Liverpool stellte für seine Spielerinnen den Trainingsbetrieb zunächst bis vergangenen Freitag ein. „Dann ging alles sehr schnell“, berichtet Torhüterin Anke Preuß der Redaktion. Mittwochs empfahl der Verein den Spielerinnen, nach Hause zu reisen. Am Donnerstag wurde der Spielbetrieb der Liga bis Ende April eingestellt.

Anke Preuß flog noch am Donnerstagabend von Manchester aus zurück nach Düsseldorf. Am Freitag dann die Frage: Wo kann ich denn in Lintorf überhaupt noch trainieren? Sportplatz geschlossen, Bolzplätze geschlossen, Fitnessstudios geschlossen; da blieb als Alternative nur der nahe Wald.

Für Freitag sah der Trainingsplan nur ein Intervalltraining vor: fünf Läufe über 1000 Meter. Das konnte die Lintorferin tatsächlich ohne Schwierigkeiten im Wald nahe dem elterlichen Haus erledigen.

Das Training am Samstag gestaltete sich schon schwieriger. „Der Athletiktrainer hat meinen Trainingsplan natürlich für den Fußballplatz erstellt“, erzählt Anke Preuß. Eine der drei Trainingseinheiten sah zum Beispiel einen Sprint von der Eckfahne bis zum Strafraum und zurück vor, umdrehen und der nächste Sprint bis zum ersten Torpfosten und der letzte Sprint bis zum zweiten Torpfosten. Das ganze sechs Mal hintereinander.

Doch die Sportplätze mit Eckfahne und Torpfosten sind gesperrt. Also ging es mit dem Rad wieder in den Wald. „Ich habe mir eine relativ ebene Strecke gesucht und dann mit Tennisbällen die entsprechenden Entfernungen markiert“, so die Torhüterin.

Am Samstagnachmittag nutzten viele Lintorfer das schöne Wetter für einen Spaziergang im Wald. Aber alle zeigten Verständnis für die Sportlerin und machten den Weg frei. „Ein Hund hat sich aber ziemlich erschreckt, als ich los gelaufen bin“, berichtet Anke Preuß. Der Hund ist seinem Frauchen dann erst einmal davon gelaufen.

Nach einem Ruhetag am Sonntag, es wurde nur ein wenig mit dem Fußball im Garten gekickt, musste am Montag wieder improvisiert werden. Es stand Krafttraining auf dem Trainingsplan. Also einen Rucksack im Keller gesucht und mit dicken Büchern gefüllt. Schon konnte das Krafttraining starten.

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