Schule: Jede weitere Sprache lohnt sich

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Duisburg/Essen. Türkisch, Polnisch, Russisch, Arabisch oder Italienisch: Viele Kinder sprechen neben Deutsch auch die Sprachen ihrer Herkunftsländer oder der ihrer Eltern. Hat ihre Sprachkompetenz in der Schule Vorteile? Lässt sich Mehrsprachigkeit im Französisch-Unterricht fördern? Das untersuchten Unterrichtsforscher der Universität Duisburg-Essen (UDE) gemeinsam mit Kollegen aus Wuppertal. Die ersten Ergebnisse des DFG-geförderten Forschungsprojekts „Franzimo“ (kurz für Französischunterricht interkulturell und mehrsprachigkeitsorientiert) sind vielversprechend.

„Französisch ist nicht gerade die einfachste Fremdsprache. Mit unseren Aufgaben wollen wir zeigen, dass weitere Sprachen Schülerinnen und Schülern beim Französischlernen helfen können“, so Pädagogin und Projektleiterin Professorin Kerstin Göbel. „In einer Aufgabe geht es beispielweise darum, authentische Stundenpläne von Schülern aus Frankreich, Polen, den USA und der Türkei zu vergleichen und die deutsche Entsprechung zu finden. So entwickeln sie ihr interkulturelles Wissen, indem sie Unterschiede zwischen verschiedenen Schulsystemen wahrnehmen und reflektieren.“

Gemeinsam mit Kollegen der Bergischen Universität Wuppertal befragten sie und ihr Team rund 400 Siebtklässler an zwölf Gymnasien im Ruhrgebiet und im Bergischen Land, von denen etwa die Hälfte andere Familiensprache als Deutsch spricht, zu ihren Erfahrungen mit „Franzimo“.

Das Ergebnis: Motivierend, gut verständlich, abwechslungsreich und spaßig fanden die Schüler die Aufgaben – und wer mehrsprachig ist, fand sie besonders gut. Das Aufgreifen der verschiedenen Herkunftssprachen der Schüler wurde positiv wahrgenommen und macht deutlich, dass all diese Sprachen als (Lern-)Ressource im Sprachenunterricht eingesetzt werden können.

„Außerdem gaben die Schüler an, dass die Aufgaben ihren Wortschatz in Französisch erweitert haben. Über die Hälfte von ihnen sagte, dass es ihnen bei der Bearbeitung geholfen hat, Englisch zu können – wobei die mehrsprachigen Siebtklässler von ihren weiteren Sprachkompetenzen profitiert haben“, so Göbel. „Mehr als die Hälfte der Schüler sagten uns, dass sie Ähnlichkeiten zwischen den Sprachen neu oder stärker wahrgenommen haben, ein Großteil der Lernenden wollte anschließend mehr über die andere Sprache erfahren, weil ihnen der Vergleich Spaß macht. Das bestätigt, wie wichtig es ist, Lehrkräfte für die Mehrsprachigkeit ihrer Schüler zu sensibilisieren.“

Foto: UDE

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