Rudelbildung im Wald – nicht für jeden

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Rauskommen, ohne sich und andere zu gefährden und tief durchatmen, ohne ständig an die gefährlichen Viren zu denken. Die Menschen in Nordrhein-Westfalen zieht es in die Wälder. Das ist mehr als ein subjektiver Eindruck der Förster von Wald und Holz NRW. Die Besucherzählungen im Nationalpark Eifel und im Kottenforst bei Bonn belegen einen auffälligen Besucheranstieg auf vielen Wanderwegen. Teils hat sich die Zahl der Erholungssuchenden sogar verdoppelt.

„Wir freuen uns, dass die Forstleute in NRW einen Beitrag dazu leisten können, die Situation für die Menschen in NRW erträglicher zu machen,“ sagt Andreas Wiebe, Leiter von Wald und Holz NRW. „Unsere Zählungen verraten nicht, wer im Wald unterwegs ist. Ich hoffe aber, dass auch die Menschen, die in der Pflege, der Medizin und in der Versorgung für uns alle zurzeit wertvolle Arbeit leisten, wenigstens für kurze Momente in den Genuss eines gesunden Waldspaziergangs kommen.“

Neben der Coronakrise geht die Borkenkäferkrise in den Wäldern unverändert weiter. Die Forstleute von Wald und Holz NRW sind landesweit im Einsatz. Sie fällen befallene Fichten, um die weitere Ausbreitung der Borkenkäfer einzudämmen. Arbeiten, die man trotz Coronakrise weder in die Heimarbeit verlegen noch aufschieben kann.

Andreas Wiebe: „Bitte respektieren Sie die Absperrungen. Es geht auch um Ihre Sicherheit! Wir haben es im Wald gerade – ähnlich wie bei der Coronakrise – mit Herausforderungen zu tun, die niemand von uns je erlebt hat und deren Ausgang wir nicht kennen. Wir spüren gerade hautnah, wie wichtig unsere Wälder für das Wohlbefinden der Menschen sind. Die Forstleute von Wald und Holz NRW arbeiten mit Hochdruck, um die Wälder trotz der gewaltigen Herausforderungen des Klimawandels für künftige Generationen zu erhalten.“

Mehr Menschen im Wald bedeutet in diesen besonderen Zeiten noch mehr Rücksicht aufeinander zu nehmen. Der gerade häufig gebrauchte Begriff „sozialen Distanz“ ist da irreführend. Es geht nicht darum soziale Distanz zu halten, sondern um körperliche Distanz. Menschen, die allein im Wald unterwegs sind, sind  willkommen. Ebenso wenn sie mit Mitgliedern des eigenen Haushalts spazieren gehen oder mit einer einzigen Person, die nicht zum eigenen Haushalt gehört – bei letzterer im Mindestabstand von zwei Metern.

Auch im Wald sind derzeit keine Wandergruppen zugelassen, außer Eltern mit ihren Kindern. Lauftreffs und gemeinsames Radfahren mit mehr als zwei Personen aus unterschiedlichen Haushalten sind nicht erlaubt. Auch der bewährte Hundespaziergang in der Gruppe muss ausfallen. Wenn die Hundeliebhaber zu zweit spazieren möchten, müssen zumindest die Zweibeiner Abstand halten.

Das hört sich nach vielen Verboten an. Tatsächlich bietet der Wald aber unendlich viele erlaubte Naturgenüsse. Sich auf die erlaubten Dinge zu konzentrieren, hilft die ungewohnten Einschränkungen zu ertragen. Die frische Luft im Wald genießen, das Frühlingserwachen, die Vogelstimmen und das langsam zart sprießende Grün – und vielleicht sogar den Blick auf ein Rudel Hirsche.

Foto: Heiko Arjes

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