Alfred Preuß: RMG-Aufruf gilt wohl nicht für RMG!

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Lintorf/Ratingen. Hält sich die Ratingen Marketing GmbH (RMG) selbst nicht an ihre neue Kampagne, in der sie die Ratinger auffordert, heimische Unternehmen zu unterstützen (der Lintorfer berichtete)? Den Lintorfer Druckereichef Alfred Preuß lässt die Kampagne ratlos zurück. „Wie unglaubwürdig und lächerlich kann sich eine städtische Tochter eigentlich noch machen“, fragt er in einem Schreiben an die RMG.

Die städtische Tochter RMG fordert in einer jetzt gestarteten großen Kampagne die Ratinger auf, lokale Unternehmen, Geschäfte oder Gaststätten zu unterstützen, indem sie in Ratingen einkaufen. 

„Die RMG hat seit 2012, dem Amtsantritt von Geschäftsführerin Nina Bauer, erst zwei Anfragen bei uns gestellt, obwohl eine Marketinggesellschaft naturgemäß einen hohen Drucksachenbedarf hat“, sagt Alfred Preuß im Gespräch mit dem Lintorfer. Auf die Nachfrage eines Aufsichtsratsmitgliedes der RMG, warum die Lintorfer Druckerei nicht berücksichtigt werde, habe Nina Bauer geantwortet, die sei immer zu teuer.

„Woher will sie das wissen“, echauffiert sich Preuß, „sie hat doch nie bei uns angefragt.“ Zu fest vereinbarten Gesprächsterminen sei Bauer dann einfach nicht erschienen. „Das ist mir selbst bei hochkarätigen Unternehmensinhabern noch nie passiert“, so Preuß.

Bele Hoppe von der RMG begründet in einem Schreiben, das dem Lintorfer vorliegt, gegenüber den beiden Ratinger Druckereien, Preuß und von Ameln, den Einkauf außerhalb Ratingens mit zu hohen Kosten der Ratinger Unternehmen. Deshalb sei die RMG gezwungen den preiswerten Anbieter von außerhalb Ratingens zu nehmen.

Wenn alle Ratinger so wie die Stadttochter RMG handeln, wird die neue RMG-Kampagne wohl ins Leere laufen. Denn dann kaufen wohl alle im Internet ein, weil es dort preiswerter ist.

„Wir durften in acht Jahren zwei Angebote abgegeben“, sagt Alfred Preuß dem Lintorfer. Und jetzt behaupte die RMG, sie müsse wirtschaftlich arbeiten und deshalb bei auswärtigen Anbietern drucken lassen. „Entschuldigung, aber das ist lächerlich“, so Preuß.

Der in Tiefenbroich wohnende Unternehmer findet es schade, dass sich die Ratinger Politik nicht um das Thema kümmere, sondern die RMG einfach gewähren lasse.

„Allerdings gibt es Parteien, die lassen vieles bei uns Ratinger Druckern machen, so wie zum Beispiel die Bürger Union“, erzählt Alfred Preuß. Andere ließen, obwohl er angefragt habe, lieber auswärts drucken. „Da kann ich die Politikverdrossenheit meiner Mitarbeiter, um deren Arbeitsplätze es geht, verstehen“, resigniert Preuß.

Druckbogen der Quecke, die seit 70 Jahren in Lintorf gedruckt wird (Foto: privat)

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