Reisebericht: Verschwindenlassen in Mexiko

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Angermund. Pfarrer Ulrich Christenn, Referent von Brot für die Welt in der rheinischen Kirche, berichtet am Dienstag, 12. Juni, 19:30 Uhr im evangelischen Gemeindezentrum, An den Linden 9, von seinen Eindrücken seiner Reise nach Mexiko Anfang Mai. Er erklärt, warum sich Brot für die Welt, als Hilfswerk der evangelischen Kirchen, weltweit für die Einhaltung von Menschenrechten einsetzt.

Das Interesse an Mexiko ist in diesen Wochen in Deutschland groß: Die Nationalmannschaft ist Gruppengegner der Deutschen bei der Fußballweltmeisterschaft. Die aufstrebende Wirtschaftsnation war Partnerland bei der Hannover Messe im April. Mit Verwunderung wird auf die Baupläne einer Grenzmauer an der mexikanischen Grenze zur USA geblickt. Und vermeintlich echte mexikanische Küche mit Taccos und Guacamole wird immer populärer.

Oft übersehen wird eine andere Seite Mexikos: die Situation der Menschenrechte. Seit Jahren verschwinden Zehntausende spurlos, weil sie als Bürgerrechtler demonstriert oder als Journalisten kritisch berichtet haben. Einfache Bürger, Lehrer, Bauern oder Studenten stehen auf einer langen Liste der Verschwundenen. Kriminelle Gruppen, Drogenkartelle oder gar Polizei und Paramilitärs lassen ihre Kritiker einfach verschwinden.

Brot für die Welt unterstützt in Mexiko Partnerorganisationen, die sich für die Angehörigen der Verschwundenen einsetzen. Sie bieten psychologische Betreuung und Rechtsberatung und sie machen Lobby für die Verschwundenen. Dabei müssen die Mitarbeiter der Organisationen immer mit der Angst leben, demnächst selbst entführt und getötet zu werden.

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