Ratinger über Anschlag in Hanau entsetzt

Werbung

Ratingen. Auch die Ratinger sind von dem fremdenfeindlichen Anschlag in Hanau entsetzt. Bürgermeister Klaus Pesch erklärt: „Ich bin entsetzt und traurig über das, was in Hanau passiert ist. Zehn Menschen sind aus unserer Mitte gerissen worden, sie wurden völlig schuldlos Opfer von blindwütigem, sinnlosem Hass. Ich fühle mit den Angehörigen und allen, die um die zehn ermordeten Mitbürger trauern. “ Zum Gedenken an die Opfer wurde Trauerbeflaggung am Rathaus angeordnet.
Auch die beiden Kirchen bezeugen ihr Entsetzen. Kreisdechant Daniel Schilling und Superintendent Frank Weber geben eine gemeinsame Erklärung heraus. Darin heißt es: „Nach dem Anschlag in Hanau, wie schon nach dem Anschlag in Halle können wir nicht unsere Gottesdienste feiern, Karneval erleben, unsere Tagesordnungen abarbeiten, als wäre nichts geschehen.“
Diese Ereignisse träfen in das Mark unserer Gesellschaft, unseren Alltag und schlichen sich ein in Geist und Seele, als gehörten sie inzwischen zum Leben dazu, wie eine lästige Gewohnheit, meistens in scheinbar sicherer Entfernung.
Die Kirchen, so die beiden Pfarrer, gehe das unmittelbar an und erfordere den solidarischen Beistand für die Opfer von Hanau, für die Angehörigen, Familien und Freunde, deren Leben in wenigen Sekunden total verändert wurde.
Auch Samuel Awasum, Vorsitzender des Integrationsrates, gibt seiner Fassungslosigkeit Ausdruck: „Die rassistisch motivierten Anschläge in unserem Land, wie nun in Hanau wieder geschehen, verunsichern zunehmend große Teile der Menschen mit Migrationshintergrund, so auch mich. Den Angehörigen der Opfer gehört mein und unser aller Mitgefühl. Der entstandene Zorn über diese Taten muss jetzt noch stärker in eine Motivation einmünden, solidarisch und gemeinsam mit allen demokratischen Kräften unsere Demokratie gegen diese rechtsradikale Vergiftung der Gesellschaft zu verteidigen.“

Werbung