Ratinger Jonges: Restaurierung abgeschlossen

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Ratingen. Mit der feierlichen Segnung der Grabsteine und des Steinkreuzes neben der Kirche St. Peter und Paul fand an Allerheiligen ein großes Projekt der Ratinger Jonges seinen würdigen Abschluss: Der Heimatverein hat in den vergangenen Jahren die Grabsteine und das Mahnmal auf dem Ehrenfriedhof zusammen mit der Grünanlage sowie die Gruft auf dem evangelischen Teil einschließlich der dort vorhandenen historischen Grabdenkmäler restaurieren lassen. Als letzte Maßnahme wurde nun die Restaurierung der Grabsteine auf dem Kirchplatz von St. Peter und Paul abgeschlossen. Der Heimatverein hat das Gesamtprojekt initiiert und mit gut 25.000 Euro unterstützt, weitere Fördermittel kamen aus dem Verfügungsfonds Ratingen-Zentrum und von der Unteren Denkmalbehörde.

Nach dem feierlichen Hochamt unter Mitwirkung des Ensembles „Vocalia“ erläuterte Vizebaas Guido Multhaupt der Gemeinde die Restaurierungsmaßnahmen und hob das besondere Anliegen des Vereins Ratinger Jonges hervor: die Erhaltung historischer Baudenkmäler und charakteristischer Bauten in der Stadt. „Es ist uns als Verein deshalb eine besondere Freude, dass die Übergabe an die Öffentlichkeit mit einer kleinen Feier erfolgt“, dankte Multhaupt Pfarrer Daniel Schilling, der selbst ein „Ratinger Jong“ ist. Nach der Segnung der Grabmäler mit Weihrauch und Weihwasser gedachte die Gemeinde der Verstorbenen. Schilling dankte den Jonges ausdrücklich für ihr Engagement zum Erhalt der historischen Grabsteine und des markanten Steinkreuzes.

Der Kirchplatz von St. Peter und Paul war bis 1784 auch der Friedhof der Stadt Ratingen. 1894 wurde er eingeebnet. Die Grabsteine wurden in den 1970er-Jahren vom ehemaligen katholischen Friedhof an der Werdener Straße (Ehrenfriedhof) dorthin versetzt. Herausragend ist das barocke Steinkreuz: Es stand ursprünglich vor dem 1813 abgerissenen Düsseldorfer Tor und war die erste Station auf dem uralten „Bittweg der sieben Fußfälle“, dessen Ursprünge bis ins Mittelalter zurückreichen. Bei schwerer Krankheit oder Lebensgefahr eines Familienangehörigen, Freundes oder Nachbarn zogen Gruppen zu den Kreuzen und Kapellen der sieben Fußfälle. Kniend beteten die Pilger das Glaubensbekenntnis und das Vaterunser, daher die Bezeichnung „Fußfälle“.

Kuriosität am Rande: Im Erklärtext auf der Hinweistafel neben dem Grabdenkmal hat das Autokorrekturprogramm der Schilderfirma die „Fußfälle“ kurzerhand in „Fußbälle“ verwandelt. Der Fehler sorgte nur kurz für Erheiterung – das Schild wurde schnell ausgetauscht.

Pfarrer Daniel Schilling und Vizebaas Guido Multhaupt (dahinter) bei der Segnung der Grabdenkmäler. (Foto: Ratinger Jonges)