Ratinger führt Stiftung Haus Oberschlesien

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Hösel. Nach vierjähriger Unterbrechung führt wieder ein gebürtiger Oberschlesier die Stiftung Haus Oberschlesien. In seiner konstituierenden Sitzung wählte der neu bestellte Vorstand den gebürtigen Gleiwitzer und Ratinger Ratsherrn Sebastian Wladarz zu seinem Vorsitzenden. Zu seinem Stellvertreter wurde der Kölner Stephan Krüger gewählt, dessen familiäre Wurzeln in Ober- und Niederschlesien zu finden sind. Den Vorstand komplettieren der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft der Oberschlesier Klaus Plaszczek (Herford), Bürgermeister Klaus Konrad Pesch (Ratingen) und der gebürtige Gleiwitzer Professor Christoph Zöpel (Bochum). Ausgeschieden aus dem Vorstand sind Marie Luise Fasse, Stephan Kaiser und Paul Schläger.

Die Stiftung Haus Oberschlesien ist zusammen mit dem Land Nordrhein-Westfalen, dem Patenland der Oberschlesier, Trägerin des Oberschlesischen Landesmuseums in Hösel. Deswegen ist der markante Museumsbau vielen manchmal eher ein Begriff als die Stiftung selbst. „Doch wir wollen auch als Stiftung künftig stärker nach außen treten und uns insbesondere lokal und regional noch bekannter machen“, erklärt Wladarz. Eine gute Gelegenheit dazu biete das goldene Stiftungsjubiläum im kommenden Jahr. „50 Jahre Wirken für die oberschlesische Kultur und die deutsch-polnisch-tschechische Aussöhnung, das ist schon eine größere Feier wert“, ist sich der gebürtige Oberschlesier sicher. Dazu wolle man sich schon bald Gedanken machen. Wichtig sei, dass „der Patenonkel“ persönlich vorbeischaue. „Wir können uns leider kaum mehr erinnern, wann ein amtierender Ministerpräsident zuletzt die Stiftung und das Museum besucht hat. Es ist Jahrzehnte her“, bedauert Wladarz. Er sei jedoch zuversichtlich, dass es klappt. Der Koalitionsvertrag sehe vor, die Patenschaften des Landes zu den Oberschlesiern und den Siebenbürgern wieder stärker mit Leben zu füllen. „Wir als Stiftung fühlen uns als wichtiger und wesentlicher Akteur in dieser Patenschaft“.

Was sonst noch ansteht? „Eine kurze Antwort darauf gibt es nicht“, sagt der Ratinger. Wichtig sei, das Museum weiterhin zukunftsfähig aufzustellen und dafür zu sorgen, dass es auch als außerschulischer Lernort stärker genutzt wird. „Wir haben ein tolles Mitarbeiterteam, mit dem wir noch viel erreichen können“. Darüber hinaus stehe Europa weit im Vordergrund. Wladarz dazu: „Wir haben neben der Patenschaft zu den Oberschlesiern auch eine Partnerschaft mit der oberschlesischen Woiwodschaft Schlesien. Dies ist eine gute Plattform, um Verständigungsarbeit und bi- oder gar multilaterale Kulturprojekte zu entwickeln, gerne auch über die Grenzen Oberschlesiens hinaus. Wir können hier Europa gestalten, und zwar auf zivilgesellschaftlicher Ebene“. Oberschlesien sei prädestiniert für europäische Zusammenarbeit. Denn die historische Region liegt heute in Polen und Tschechien. „Als Experten können wir von Ratingen-Hösel aus den Dialog mit diesen Ländern vorantreiben. Ich glaube, dass – wenn man sich die Situation in der Europäischen Union anschaut – genau dieser Dialog notweniger ist, denn je“, ist Sebastian Wladarz überzeugt.

Sebastian Wladarz (rechts) mit Fußballweltmeister Miroslav Klose (gebürtiger Oppelner) bei der Verleihung der Ehrenbürgerschaft der Stadt Oppeln (Foto: privat)

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