Ratingen bleibt fahrradfreundlich

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Ratingen. Vor sieben Jahren verlieh der damalige nordrhein-westfälische Verkehrsminister Michael Groschek der Stadt Ratingen das Prädikat „Fußgänger- und fahrradfreundliche Stadt in Nordrhein-Westfalen“. Damit schuf er die Voraussetzung für die Aufnahme in die gleichnamige Arbeitsgemeinschaft. Nun stand die Erneuerung an. Auch da war Ratingen erfolgreich. Der Antrag auf Verlängerung der Mitgliedschaft in der „AG fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW“ (AGFS) um weitere sieben Jahre wurde positiv beschieden. Christine Fuchs, Vorstand der AGFS, unterschrieb die Urkunde in der Online-Versammlung der AGFS.

Bürgermeister Klaus Pesch sagt: „Ich freue mich über die Verlängerung unserer Mitgliedschaft in der AGFS. Ich verstehe die Rezertifizierung aber auch als Ansporn, noch mehr für den Radverkehr zu tun. Wir werden dabei vor allem die Verbindungen zwischen den Ratinger Stadtteilen sowie mit den Nachbarstädten in den Blick nehmen.“

Vor sieben Jahren war Ratingen vor allem wegen des damals aufgelegten Masterplans Radverkehr aufgenommen worden. Große Teile des Plans sind inzwischen erledigt, so die Stadt in einer Pressemitteilung. Dieser zielte vor allem darauf ab, die Bedingungen für den Radverkehr Schritt für Schritt zu verbessern, und zwar überwiegend durch vergleichsweise schnell umsetzbare Maßnahmen wie Markierungen und Ausschilderungen. Dies folgte den Erkenntnissen der Unfallforschung, nach denen die Verdrängung des Radverkehrs in den unübersichtlichen Seitenraum von Straßen die größte Unfallgefahr birgt. Radelt man hingegen gut sichtbar für Autofahrer auf der Fahrbahn, sinkt das Risiko, zumal dann, wenn (Streifen-)Markierungen deutlich machen, dass sich Radler zu Recht auf der Hauptfahrbahn bewegen.

Vor allem wenn Fahrbahndecken saniert wurden, wurden Straßen mit Radfahrstreifen oder Schutzstreifen versehen. Radfahrstreifen sind mit einer dicken durchgezogenen Linie von der Restfahrbahn getrennt und als Radweg in die entsprechende Richtung ausgeschildert. Die Linie darf von Autos nicht überfahren werden. Radschutzstreifen, die durch eine gestrichelte Linie gekennzeichnet sind, sind dagegen formal Teil der Fahrbahn und dürfen bei Bedarf – und nur, wenn dadurch Radler nicht gefährdet werden – auch überfahren werden. Radfahrstreifen sind also vom Grundsatz her die bessere Lösung für Radler, doch sind sie in Ratingen nur auf wenigen Straßen umsetzbar, da die Straßen dafür nicht breit genug sind. Daher sind die Schutzstreifen in der Mehrheit.

Anders als an Hauptverkehrsstraßen wird der Radverkehr in Nebenstraßen im Mischverkehr geführt. Hier sind Radwege – den oben genannten Sicherheitsüberlegungen und entsprechenden rechtlichen Vorgaben folgend – aus der Benutzungspflicht genommen worden. In Gebieten, in denen eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometer und weniger gilt, fahren die Radfahrer am sichersten auf der Fahrbahn. Zum Teil, etwa auf der Schützenstraße, mussten sogar ehemalige Radstreifen beseitigt werden.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Masterplans war die Öffnung von Einbahnstraßen auch in Gegenrichtung für Radler. Dies ist inzwischen fast komplett vollzogen. Die Wallstraße gehört zu den wenigen Einbahnstraßen, die noch nicht für den gegenläufigen Radverkehr freigegeben wurden, dies soll aber bald geschehen.

Ein weiteres Beispiel für die Verbesserung der Radinfrastruktur: Sämtliche wegweisende Schilder in Ratingen wurden in diesem Jahr erneuert sowie bei Bedarf in ihrer Beschaffenheit und Ausrichtung verbessert.

Sie wollen die Bedingungen für den Radverkehr in Ratingen weiter verbessern: Planungsdezernent Jochen Kral (rechts) und der Fahrradbeauftragte Martin Willke. (Foto: Stadt Ratingen)

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