Pultakrobaten: Lehrer, Eltern, Sensationen

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Lintorf. Am Freitagabend bewiesen die Pultakrobaten, dass sie auch nach einer längeren Pause und in neuer Formierung einen Abend hoch abwechslungsreich zu gestalten wissen. In Wort-, Tanz und Gesangsbeiträgen karrikierten sie den Alltag an deutschen Schulen.

Da ging es um Eltern, die ihre Kinder überbehüten, ihnen alles aus dem Weg räumen wollen und die Schuld für schulische Probleme natürlich beim Lehrer suchen. Da gibt es eine Kollegin die glaubt, sich der Jugend anpassen zu müssen und mit Skateboard und Skaterklamotten zum Unterricht erscheint. Da äußert eine Lehrerin gegenüber der guten Fee, was sie sich für ihren Schulalltag wünschen würde: einen ansehnlichen Klassenraum, weniger Schüler in der Klasse, ein eigenes Arbeitszimmer und eine zweite Kraft in der Klasse, um auch die Inklusionskinder ordentlich fördern zu können. Eigentlich alles durchaus erfülbare Wünsche, wenn, ja wenn es da nicht die leeren Kassen, den Raum- und den Lehrermangel gäbe.

Mit einer Abwandlung eines Liedes der Sportfreunde Stiller applaudierte das Ensemble im Namen aller Lehrer der Ministerin für Schule und Weiterbildung, Sylvia Löhrmann, zu ihrer Stille, zu ihrem Nichtstun. In einer weiteren Nummer trieben die Kolleginnen die Suche nach einer neuen Kollegin auf die Spitze. Vom Wellnessbereich in der Dreifachturnhalle über das halbe Rektorengehalt bis hin zur Befreiung von allen Zusatzaufgaben wurde der geringen Zahl potentieller Kandidaten sehr viel geboten, um sich für die suchende Schule zu entscheiden.

Größtes Gelächter rief die neue Lüftungskoordinatorin hervor, als sie in vorbildlicher Manier die Vorgaben der Innenraum-Lufthygienekommission umsetzte. Da gab es Anweisung an die Klassen 2a und 4b die Fenster und die gegenüberliegende Tür zur Querlüftung für fünf Minuten zu öffnen. Gleichzeitig sollten die Räume 12 und 13 für 30 bis 60 Minuten nur bei gekipptem Fenster gelüftet werden, da die Fensterflügel in den Raum hineinragen, keine Drehsicherung vorhanden ist und sie auch nicht an der dahinterliegenden Wand fixiert werde können. In der Pause durften die Zuschauer dann überrascht zur Kenntis nehmen, dass diese Lüftungsnummer keinesfalls erfunden war, sondern  mit nur leichten Abwandlungen einem Faltblatt der Unfallkasse Nordrhein-Westfalen mit dem Titel „Lüften – Lernen, gute Luft in den Schulen“ entnommen worden war.

Das Publikum, überwiegend selbst Lehrer oder Mitarbeiter im offenen Ganztag und Freunde, hatte viel Spaß mit den Pultakrobaten und verlangte am Ende dann auch eine Zugabe. Die wurde gern gewährt. Augenzwinkernd verkündete die Braut Löhrmann, dass sie über die weitere Bildungspolitik genau so gründlich nachdenken müsse wie über ihr Ja-Wort. Löhrmann hatte es ihrem langjährigen Lebensgefährten im März diesen Jahres nach über 26 Jahren gegeben.

Bei aller Kritik gab es dann aber doch einen versöhnlichen Abschluss, als das gesamte Ensemble bestehend aus Tatjana Debuck, Ines Mindermann, Uta Stammann, Klaus Schmidt, Melanie Bodewein, Katrin Gerlach-Zander, Mareike Holverscheid und Andreas Rieger (Musiker) aus der perfekten Welle den perfekten Lehrer machte, der eben immer noch gern unterrichtet.

 

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