Polizei schickt Radstaffel auf Streife

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Kreis Mettmann. Immer mehr Menschen im Kreis Mettmann sind auf einem Zweirad unterwegs. Um den fahrradbegeisterten Bürgern noch mehr auf Augenhöhe zu begegnen, ist die Polizei nun auch wieder verstärkt mit ihrer eigenen Fahrradstaffel unterwegs – und das nicht ohne Grund.

Die Anzahl der Fahrradunfälle nahm zwar im vergangenen Jahr ab, dennoch verunglückten 431 Radfahrer auf den Straßen im Kreis. „Das sind zu viele – insbesondere wenn man bedenkt, dass rund ein Drittel aller Radunfälle so genannte Alleinunfälle waren ohne Fremdeinwirkung“, erklärt Oliver Gossmann von der Fahrradstaffel der Kreispolizeibehörde. Der Grund: Insbesondere Senioren, die seit Jahren kein Fahrrad mehr gefahren sind, sind durch den Boom der Elektroräder wieder auf dem Zweirad mobil. Vielen fehlt es aber an Übung und einem Gefühl für die Besonderheiten der elektrisch unterstützten Fahrräder. Daher kommt es hier leider immer wieder zu Unfällen mit zum Teil schweren Verletzungen.

„Hier setzen wir als Fahrradstaffel an – wir gehen bei unserer Streife auf dem Fahrrad gezielt auf Radfahrerinnen und Radfahrer zu und möchten miteinander ins Gespräch kommen“, so der Polizeihauptkommissar.

Natürlich ist die Radstaffel der Polizei aber auch dafür da, Fehlverhalten im Straßenverkehr konsequent zu ahnden – nicht nur von Radfahrern selbst, sondern auch von Auto- und Lastwagenfahrern. „Radlerinnen und Radler haben keine Knautschzone – deshalb bitten wir gerade beim Überholvorgang von Fahrradfahrenden auf den nötigen Mindestabstand von innerorts 1,50 Meter und außerorts von zwei Metern zu achten“, erklärt Oliver Gossmann.

Die Fahrradstaffel der Kreispolizeibehörde Mettmann wird also auch den Mindestabstand beim Überholen kontrollieren. Das wird sie nicht nur in den klassischen Fahrradstädten im flacheren Südkreis, sondern auch im hügeligeren Nordkreis machen, wo ebenfalls immer Radfahrer unterwegs sind. Dazu ist die Fahrradstaffel nicht nur mit Mountainbikes, sondern auch selbst mit Pedelecs ausgestattet. Und dass sich diese auch wunderbar zur Verfolgung von Straftätern in Innenstädten eignen, zeigt der kürzliche Fall eines flüchtigen Lkw-Fahrers aus Monheim am Rhein, der mehrere Tonnen gefälschtes Parfum geladen hatte und durch die Radstaffel eingeholt, angehalten, kontrolliert und festgenommen werden konnte.

Foto: Polizei