Politische Teilhabe muss barrierefrei sein

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Düsseldorf. Volle und wirksame politische Teilhabe von allen Menschen mit Behinderung fördern – das ist das Ziel des Vereins „Politisch Selbstbestimmt Leben NRW.“ Am vergangenen Samstag hat sich der Verein, der derzeit offiziell gegründet wird, zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengefunden.

Menschen mit Behinderung haben meist keinen Einfluss auf politische Entscheidungen. Allein die Teilnahme an Sitzungen von Beiräten oder Bezirksvertretungen ist für viele Menschen mit Behinderung nicht möglich, da es oftmals keinen barrierefreien Zugang für Rollstuhlfahrer oder Gebärdensprachdolmetscher für gehörlose Menschen gibt. Auch in vielen Bereichen des alltäglichen Lebens wird Menschen mit Behinderung die Teilhabe durch zahlreiche Barrieren verwehrt.

Damit sich dies ändert und um Kräfte zu bündeln, gründen derzeit politisch aktive Personen, die selbst eine Beeinträchtigung haben, einen Verein. Entstanden ist die Idee aus einem politischen Netzwerk heraus, dass das Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben (KSL) Düsseldorf initiiert hat.

Die konstituierende Sitzung fand in der Färberei Wuppertal statt, einem Zentrum für Integration und Inklusion und zugleich Träger des KSL Düsseldorf. Zum Vorsitzenden des Vereins wurde Wolfgang Bennewitz gewählt. Er setzt sich mit Leib und Seele für die Rechte von Menschen mit Behinderungen ein, etwa als Vorsitzender des Behindertenbeirates der Stadt Lünen.

„Ich möchte nicht mehr über Teilhabe und Barrierefreiheit diskutieren müssen. Es muss eine Selbstverständlichkeit sein, dass die Anliegen von Menschen mit Behinderungen in politische Prozesse einbezogen werden“, betont Bennewitz.

Um das Ziel – die volle und wirksame politische Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen zu erreichen – werden die Vereinsmitglieder aktiv am politischen Geschehen mitwirken, etwa durch persönliche Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern, Informationsveranstaltungen und Diskussionsrunden. Grundlage dabei ist der Artikel 29 der UN-Behindertenrechtskonvention: Die Vertragsstaaten garantieren Menschen mit Behinderungen die politischen Rechte und die Möglichkeit, diese gleichberechtigt mit anderen zu beanspruchen.

Der Verein freut sich über zusätzliche Mitstreiter. Sie können sich an Wolfgang Bennewitz, wolfgang.bennewitz@gmx.de oder Jörg Rodeike vom KSL Düsseldorf, rodeike@ksl-duesseldorf.de oder Telefon 0152 0940 7248, wenden.

Bilden den Vorstand des Vereins „Politisch Selbstbestimmt Leben NRW“ (von links): Gerhard Naschke (2. stellvertretender Vorsitzender), Wolfgang Bennewitz (Vorsitzender), Antje Baukhage (1. stellvertretende Vorsitzende), Emanuel Stadler (Schatzmeister) (Foto: KSL Düsseldorf)