Politiker diskutieren mit Erstwählern

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Ratingen. Live-Stream auf Youtube und Instagram, Fragen via WhatsApp und Kommentare auf Facebook: So geht Wahlkampf und Wählerinfo für Jugendliche – vor allem in Corona-Zeiten. Deshalb hat der Jugendrat wieder ein Diskussionsrunde auf die Beine gestellt, bei der die Jugendlichen den sieben Bürgermeisterkandidaten auf den Zahn fühlen konnten. Dabei hatte der Jugendrat besonders die Erstwähler im Blick. „Uns war es wichtig, dass sich trotz der besonderen Umstände jeder junge Mensch eine Meinung über die Kandidaten bilden kann und danach einen Plan hat, wem er seine Stimme geben möchte“, sagt Josephine Hänsel.

Corona bedingt durften nur 300 Schüler in der Stadthalle dabei sein. Deshalb wurde die zweistündige Veranstaltung zusätzlich auf verschiedenen Kanälen übertragen. Vorab wurde in einem Erklärvideo „Wählen für Anfänger“ anschaulich erläutert, was und wie gewählt wird.

Nach kurzen Einspielfilmen mit Selbstvorstellung der Kandidaten kamen die drei Moderatoren Lucas Thieme, Nele Roß und Philippe Todt gleich zur Sache: „Was wollen Sie als Bürgermeister als erstes für die Jugend unternehmen“, lockten sie die Kandidaten aus der Reserve. Die Antworten reichten von „Digitalisierung der Schulen“ über „Jugendzentren in allen Ortsteilen“ bis hin zu „regelmäßige Sprechstunden für Jugendliche“ und einer „Beach-Bar am Grünen See“.

Zum Konzept der Veranstaltung gehört, dass nur Themen zur Sprache kommen, die für junge Menschen wichtig sind. Dafür hatte der Jugendrat vorher in Schulen und Freundeskreisen entsprechend gefragt. Und so drehten sich viele Fragen um Digitalisierung der Schulen, bessere und günstigere Verkehrsangebote (Stichwort: Nachtbusse), Jugendzentren, Klima- und Umweltschutz, Spiel- und Bolzplätze und Rassismus. Bei der einen oder anderen Frage kamen die Kandidaten durchaus ins Schwitzen, zumal das Moderatorenteam ohne falschen Respekt vor Ämtern und Würden inhaltlich nachhakte und allzu aus- oder abschweifende Antworten abblockte.

Aufgelockert wurde die Polit-Trundealk durch zwei Quizrunden, bei denen die Bürgermeisterkandidaten ihr Wissen über Ratingen zeigen konnten: Fragen etwa nach der Zahl der Stadtteile und Spielplätze oder nach den Buslinien vom Kopernikus-Gymnasium zur Christian-Morgenstern-Schule offenbarten die eine oder andere Wissenslücke. Das sorge bei manchem im Saal durchaus für Erheiterung.    

Deutlich wurde im Verlauf der Fragerunden auch: Auf manchen Gebieten verfolgen die Kandidaten ähnliche Ziele. Und Politik ist kein Wunschkonzert. Nicht alles, was wünschenswert ist, ist auch so einfach machbar, weil Vorgaben, Gesetze, Zuständigkeiten und nicht zuletzt Finanzen mitgedacht werden müssen. 

Fazit: Die Mischung aus Politgespräch, Info und Quizshow kam bei den Jugendlichen gut an.

Foto: Jugendrat

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