Planbare Kurzzeitpflege – Angebot im Fliedner

Werbung

Lintorf. Petra Langen (Name erfunden) pflegt seit einigen Jahren ihre Eltern in der Häuslichkeit, schon lange träumt sie von einem Urlaub, endlich noch einmal Zeit für sich. Doch schnell werden alle Pläne überworfen, denn sie erhält keine Antwort auf die Frage: Wohin mit Mama und Papa?

„Pflegende Angehörige werden in unserem Gesundheitssystem zu wenig berücksichtigt“, weiß Cordelia Siegmund, Pflegedienstleiterin am Fliedner Krankenhaus.

Viele Träger oder Anbieter von Kurzzeitpflegeplätzen können nicht auf Wunschtermine reagieren, „sondern halten diese bspw. für Patienten aus dem Krankenhaus vor“. Dabei ist die fiktive Petra Langen nicht allein. Sie steht stellvertretend für 1,8 Millionen Angehörige von pflegebedürftigen Menschen in Deutschland.

„Es braucht keine große Vorstellungskraft, dass viele dieser Konstellationen über die Belastungsgrenze hinausgehen“, so Cordelia Siegmund. Sie freut sich daher sehr, dass sie zumindest in den kommenden Monaten am Fliedner Krankenhaus das Angebot einer planbaren Kurzzeitpflege vorhalten kann.

So hält das Fliedner Krankenhaus einen der Versorgungsaufträge für Corona-Patienten im Kreis Mettmann. Für die Isolierstation musste eine andere Station temporär mit einer weiteren zusammenrücken. „Sorgen vor einem erhöhten Ansteckungsrisiko sind unbegründet“, betont sie. Beide Bereiche sind komplett voneinander getrennt, in der gesamten Pandemie-Phase hat es keine Ansteckung nach draußen gegeben.

Wer als Gast in der Kurzzeitpflege ist, hat zudem die Gelegenheit, das Angebot der Familialen Pflege im Anschluss zu nutzen. Diese Hilfeform, entwickelt von der Universität Bielefeld, finanziert durch die AOK (für Versicherte aller Kassen!) und von der Theodor Fliedner Stiftung in Mülheim und Lintorf angeboten, ist speziell auf die Belange der Angehörigen ausgerichtet.

„Diese können kostenfrei begleitet werden“, so Frank Görgen (Foto), der als Pflegetrainer selbst in die Familien geht. Während dieser Betreuungszeit werden gemeinsam Wege gefunden, um die Pflege auf mehrere Schultern zu verteilen, Schulungen für korrekt ausgeführte Grundpflege (und mehr) angeboten, um so das fragile Konstrukt der häuslichen Pflege zu stärken und den pflegenden Angehörigen zu unterstützen. Pflegetrainer der Theodor Fliedner Stiftung nehmen sich Zeit, bestellen gemeinsam mit den Angehörigen Pflegehilfsmittel und bereiten den Wohnort noch besser auf die Pflegesituation vor.

Kontakt: Frank Görgen, 02102/303 485.

Foto: privat

Werbung