Piero Gradino: Kunst gegen Müll im Meer

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Lintorf. Die Gäste der Gaststätte “Lumare zur Grenze” kennen ihn wohl als Kellner. Doch in dem gelernten Hotelfachmann Piero Gradino (links) steckt ein Künstler mit Sendungsbewusstsein. Er möchte seine sizilianischen Landsleute überzeugen, weniger Müll ins Meer zu werfen – mit wundervollen, einfühlsamen Bildern mit viel Plastikmüll. Jetzt zeigte er auf Anregung der Lintorferin Anette Braun (rechts) seine Bilder in der Grenze. Restaurantchef Giovanni Lumare hatte den Biergarten dafür zur Verfügung gestellt.

Knapp 20 Frauen kamen, um sich die Werke des 60-Jährigen anzuschauen. “Das ist Atahualpa, König der Inka”, erzählt Gradino in der Grenze. “Nur ist sein Schmuck in meinem Bild nicht aus Gold sondern aus Plastikmüll vom Strand aus Sizilien.” Doch sein bevorzugtes Motiv sind Fische.

Immer wenn er die Insel an der italienischen Stiefelspitze besucht, sammelt er am Stand den angeschwemmten oder einfach am Strand liegengelassenen Müll ein. Sein Bruder arbeitet dort immer noch als Fischer, ist von einem sauberen Meer abhängig.

“Ich möchte meine Landsleute davon überzeugen, dass Müll in die Mülltonne gehört und nicht an den Strand”, erzählt er voller Leidenschaft. Als er 1974 nach Deutschland gekommen sei, habe ihn die Sauberkeit der Städte und der Straßen überrascht und begeistert. Er verließ Italien, weil er als Deserteur zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden war. 20 Jahre später wird er dann offiziell von der italienischen Armee vom Dienst freigestellt.

Der in dem Dorf Isola delle Femmine in der Nähe Palermos geborene Gradino kommt nach 1974 Essen. Vier Jahre später eröffnet er in Mülheim an der Ruhr das Gasthaus “Mamma Rosa”, dass er lange Jahre erfolgreich führt. Bald schon entdeckt er aber auch seine Liebe zur Kunst. Stolz ist er auf seinen Auftritt in dem Film “Die diebische Elster” von Helge Schneider.

Sein großes Ziel ist eine Installation am Strand von Sizilien. Er möchte in einer alten Thunfischfabrik einen langen, dunklen Gang zu einem Kunstwerk umgestalten. Mit seinem Mobiltelefon in der Hand, darin sind Fotos der Fabrik, erzählt Piero Gradino leidenschaftlich von seinem Projekt. Von der Decke will er an tausenden Fäden Plastikmüll aufhängen und Fische, gefertigt aus Plastikmüll. “Schauen die Menschen in den Gang, sehen sie die Fische zwischen dem Plastikmüll umherschwimmen”, so der Vater von drei Töchtern.

Er hofft, mit seinen farbenfrohen und durchaus fröhlichen Bildern, mit seinen Skulpturen und Installationen die Menschen überzeugen zu können, pfleglich mit ihrer Umwelt umzugehen. Da bindet er auch gleich seinen Bruder auf Sizilien mit ein. Gemeinsam mit dem Bruder verkauft er seine Fischbilder und dessen Fischfang. Immer als Mahnung gedacht: kein Fisch ohne sauberes Meer!

Piero Gradino auf Instagram

 

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