Neuer Stadtplan: Frauenwege in Düsseldorf

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Düsseldorf. Von Lore Agnes bis Berta Wolters, von der Gerresheimer Äbtissin Regenberga aus dem 9. Jahrhundert bis zur kürzlich verstorbenen Gabriele Henkel: Der Stadtplan „Frauenwege in Düsseldorf – mit historischem Blick“ stellt insgesamt 91 weibliche Persönlichkeiten der Düsseldorfer Stadtgeschichte vor. Der Plan wurde in der Nachfolge der sehr erfolgreichen, 1991 erschienen Broschüre „Düsseldorfer Frauen auf den Spuren – Wege durch die Geschichte der Stadt“ entwickelt.

Der Ausschuss für Gleichstellung hatte 2016 die Verwaltung mit diesem Projekt beauftragt. Gemeinsam haben das Stadtarchiv, das Vermessungs- und Katasteramt und das Büro für die Gleichstellung von Frauen und Männern in Absprache mit der Politik diesen Stadtplan entwickelt.

„Der Stadtplan, als überparteiliches Gemeinschaftsprojekt, zeigt eindrucksvoll das Wirken von Frauen über die Jahrhunderte in Düsseldorf und ist damit eine Bereicherung nicht nur für die Bürgerinnen und Bürgern, sondern auch für Besuchende der Stadt“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte Elisabeth Wilfart.

Aufgenommen wurden Frauen, nach denen Straßen und Plätze benannt wurden (ausgenommen Heilige und mythologische Gestalten) sowie solche, die sich in besonderem Maße um die Stadt oder das Gemeinwohl verdient gemacht haben bzw. von Düsseldorf ausgehend Berühmtheit erlangten. Lebende Personen wurden dabei nicht berücksichtigt.

Herausgekommen sind zwei Varianten: Eine analoge Ausgabe – Papierform – auf deren Vorderseite der Düsseldorfer Stadtplan zu finden ist und auf dem zweifarbig (mit Punkten oder Quadraten) jene Orte markiert sind, die sich auf ausgewählte „Düsseldorfer Frauen“ beziehen. Auf der Rückseite finden sich kurz und knapp die dazu gehörenden Lebensbeschreibungen der ausgewählten Personen. Eine digitale Variante findet sich in den nächsten Wochen auf der Homepage der Stadt – die Daten werden bis zum Jahresende kontinuierlich online gestellt. Dort kann man dann über die Eingabe des Namens oder durch das Anklicken einer Markierung auf dem Stadtplan ebenfalls die biographischen Hintergründe erfahren. „Mit dem amtlichen Internetstadtplan unter www.duesseldorf.de ist das Thema ‚Frauenwege in Düsseldorf‘ bald auch auf dem Smartphone mobil nutzbar und lässt sich dort mit vielen anderen Themen kombinieren“, so Dirk Leggen vom Vermessungs-und Katasteramt.

Natürlich wurden Frauen in den Blick genommen, deren Bezug zur Stadt vielen bekannt sein dürfte, etwa Lore Lorentz oder Johanna Ey, Hilla Becher oder die schon erwähnte Gabriele Henkel. Aber wer weiß, was es mit Abigail Steineckin auf sich hat, die im Rahmen der sogenannten Türkenkriege nahe Belgrad von christlichen Soldaten entführt wurde, in Düsseldorf aufwuchs und als Nonne wirkte? Oder was Hildegard Neyses geleistet hat, nach deren Mann ein Platz benannt wurde (aber nicht nach ihr)? Oder welchen Bezug Anna von Jülich-Kleve-Berg, die vierte Frau Heinrichs VIII., zu Düsseldorf hat? „Die größte Herausforderung war eigentlich, die Texte so knapp wie möglich zu halten – aber in der Kürze liegt ja oft auch die Würze“, so Benedikt Mauer, der Leiter des Düsseldorfer Stadtarchivs. Gemeinsam mit dem Vermessungs- und Katasteramt erfolgte die Einpassung der Fotos, Texte und Markierungspunkte.

Es gibt noch viele weitere Frauen, die es verdient hätten, auf diesem Stadtplan erwähnt und dort verewigt zu werden, aber gerade die digitale Variante eröffnet die Möglichkeit, diesen Plan immer weiter zu ergänzen. Und das vorliegende, gedruckte Ergebnis lädt zu einem echten oder auch gedanklichen Spaziergang durch Düsseldorf ein – durchaus mit weiblichem Blick.

Der Stadtplan ist kostenlos erhältlich in den Tourist-Informationen an der Immermannstraße 65b und an der Marktstraße, im Rathaus, in den Stadtbüchereien, im Stadtarchiv, im Gleichstellungsbüro sowie im Vermessungs- und Katasteramt.

Dr. Benedikt Mauer, Elisabeth Wilfart und Dirk Leggen stellten den Stadtplan „Frauenwege in Düsseldorf – mit historischem Blick“ vor
(Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf/Ingo Lammert)

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