NABU: Nisthilfen für den Steinkauz

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Homberg. Der Steinkauz findet immer weniger geeigneten Lebensraum. Von den bundesweit rund 8000 Brutpaaren sind zwar immerhin rund 75 Prozent in Nordrhein-Westfalen beheimatet – dennoch sind die Bestände, auch im Rheinland und im Bergischen Land, seit Jahren extrem rückläufig. Anlass genug für die NABU-Ortsgruppe, gezielt in Ratingen nach geeigneten Standorten zu suchen, um die vorhandene kleine Population dieser Eulenart in Ratingen zu stärken. Die Stadtverwaltung unterstützt die Ehrenamtlichen bei diesem Vorhaben nach Kräften. 

Fündig wurde man auf Gut Götzenberg im Schwarzbachtal. Tomaz Kotnik erklärte sich sofort bereit, Flächen für den Bau von drei Niströhren zu überlassen. Weitere sollen in möglichst vielen Stadtteilen montiert werden, so das erklärte Ziel von Sabrina Mohr (NABU Ratingen) und ihren ehrenamtlichen Mitstreitern Johannes Boerl und Hans Börgers. Insgesamt wurden in den Sommermonaten fünf der ein Meter langen Niströhren mit Marderschutz in Eigenleistung gebaut. Finanzielle Unterstützung bekam die NABU-AG Steinkauz von der Stadt. Umweltdezernent Martin Gentzsch war sofort von der Projektidee begeistert, den auch in Ratingen stark gefährdeten Steinkauz zu schützen.

Der Verlust an geeignetem Lebensraum schreitet nach wie vor voran. Hauptursache sind vor allem der Rückgang extensiv genutzter Grünlandflächen (auch kurzgrasige Viehweiden), die Rodung von Streuobstwiesen und der Verlust an alten (Kopf-)Bäumen. Aber auch durch Umbau oder Erweiterung von alten Gemäuern (zum Beispiel zu Wohnzwecken) können Brutplätze wegfallen. Insofern ist das Gelände des Gutes Götzenberg mit seinen großen Mähwiesen und alten Obstbäumen ein wahrer Glückfall: Es gibt genügend Platz für die Steinkauze, um ihre Jungen aufzuziehen, um Lagerstätten für Nahrung anzulegen, aber auch um Ruheplätze zu finden. Auf ihrem Speiseplan stehen übrigens vor allem Feldmäuse, Amphibien und Reptilien, aber auch Insekten und Regenwürmer.  

Auch für Lintorf hat der NABU schon einen geeigneten Standort im Visier. Dennoch bittet die Stadt um Hinweise und Mithilfe, wo weitere Nisthilfen montiert werden können, damit die kleine Eule mit dem braun-weiß getupftem Gefieder auch in Ratingen wieder vermehrt ab Mitte April brüten kann. Das Revier für ein Brutpaar sollte etwa drei bis zehn Hektar groß sein. Hinweise nehmen der Greifvogel- und Eulenexperte Hans Börgers von der NABU Ortsgruppe, Telefon 0171/4963280 oder hajoboergers@gmail.com, und Angelika Genieser von der Stadt Ratingen, Telefon 02102/550-6731 oder angelika.genieser@ratingen, auf.

Für den Steinkauz gibt es immer weniger Nistgelegenheiten. Auf neue Brutpaare hoffen (von links) Sabrina Mohr, Johannes Boerl, Angelika Genieser, Hans Börgers und Umweltdezernent Martin Gentzsch. (Foto: Stadt Ratingen)

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