Museum zeigt „Superland Superrheinland“

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Ratingen. Das Museum, Grabenstraße 21, präsentiert die neue Ausstellung „Superland Superrheinland“ mit Werken der Künstlerin Renata Jaworska. Die Ausstellung ist noch bis zum 6. Januar 2019 zu sehen. Zur Ausstellung gibt es einen Katalog, der im Museum erhältlich ist. Am 25. Oktober, 19 Uhr findet zur Ausstellung ein Künstlergespräch mit Professor Robert Fleck, Prorektor der Düsseldorfer Kunstakademie, statt.

Renata Jaworska studierte von 2000 bis 2006 Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf, zuletzt als Meister­schülerin bei Professor Jörg Immendorff. Die gebürtige Polin lebt seit dieser Zeit in Deutschland. Seit 2017 befasst sie sich verstärkt mit Themen wie Topographie, Karten und Gemarkungen, über die sie sich auch immer wieder mit der Frage der Zugehörigkeit ausein­ander­setzt. In Anlehnung an den Roman „La carte et le territoire“ von Michel Houellebecq unterscheidet sie die topografische Karte, Abbild der sichtbaren Erdoberfläche, von dem Gebiet, das die Karte erfasst, ohne jedoch dessen Wesen zu enthüllen. Denn mit dem Begriff des Gebiets verbindet sich auch immer ein Territorialanspruch und der Wunsch nach Ver­einnahmung.

Für die Ausstellung im Museum Ratingen setzt Renata Jaworska diesen Ansatz in direkten Bezug zu ihrem heutigen Lebensumfeld, dem Rheinland. Hierauf verweist der Titel der Ausstellung „Superland Superrheinland“. Entliehen ist er gleichlautenden Titeln aus der seit 1967 entstandenen Werkgruppe der „Superländer“ von Peter Brüning (1929-1970).

Brüning, der als Maler eine Professur an der Düsseldorfer Kunstakademie innehatte und bis zu seinem frühen Tod in Ratingen lebte, entwickelte mit seinen sogenannten „Verkehrs­landschaften“ einen neuen Typus der Land­schaftsmalerei, indem er Symbole und Pikto­gramme in seine Malerei einfügte, die er der Kartografie entlehnte. Jaworska greift nicht nur die Begrifflichkeit Brünings auf, sondern konzentriert sich auf die­selben Orte, die ehemals seiner und heute ihrer Lebens­wirklichkeit entsprechen und die gleichzeitig nicht zuletzt dank der Düsseldorfer Akademie eine wichtige Kunstlandschaft bezeichnen.

Renata Jaworska konfrontiert malerisch deren Topografien mit der Wirklichkeit, indem sie die Bewegung der Menschen in die Darstellungen einträgt. Die Formen, die aus der Vorstellung über die Funktion eines Weges entstehen, erhalten dabei eine eigene Realität, die den Prozess der Aneignung markieren. Karten werden sowohl imaginativ als auch real neu gestaltet und zu beherrschtem oder beherrschbarem Gebiet.

Renata Jaworska, „Bodensee“, Öl auf Leinwand, 200 x 160 cm, 2018, Ausschnitt (Foto: Marcus Schwier)

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