Medea – Premiere im Central

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Düsseldorf. Am 17. März feiert im Central (Große Bühne) Euripides Tragödie „Medea“ Premiere. Am Schauspielhaus wird Medea von Jana Schulz gespielt, die im Dezember mit dem Gertrud-Eysoldt-Ring 2016 geehrt wurde für ihre Leidenschaftlichkeit, Radikalität und den kämpferischen Elan, mit dem sie die Menschlichkeit ihrer Figuren sucht. Inszenieren wird das 314 vor Christus entstandene Stück Roger Vontobel, seit dieser Spielzeit Hausregisseur am Schauspielhaus, der zu Beginn der Spielzeit den Mythos »Gilgamesh« ins Zelt gebracht hat.

Jason hat Medea verlassen, um die einheimische Königstochter zu heiraten. Er macht damit nicht nur eine glänzende Partie, sondern erlangt als Fremder in Korinth auch einen sicheren Status im Gastland. Medea tobt, weint, verzweifelt. Zu Beginn des Stücks von Euripides hat das Paar bereits eine lange Liebes- und Leidensgeschichte hinter sich. Medea, Königstochter aus Kolchis, hat Jason mit ihren Zauberkräften geholfen, das Goldene Vlies zu stehlen, ist mit den Argonauten geflohen und hat auf der Flucht ihren eigenen Bruder getötet. Nun leben die beiden samt ihren Kindern als Fremde in Korinth, wo Jason die Chance des gesellschaftlichen Aufstiegs nutzt, während Medea die Verbannung droht. Trotz allen Zuredens bleibt Medea unnachgiebig in ihrer Verletzung, ihrem Hass. Sie geht keine Kompromisse ein und akzeptiert keine rationalen Gründe für den Bruch des Versprechens, den Verrat, den Jason an ihr begangen hat. Sie wird sich nicht mäßigen und in ihrer Rache nicht ruhen, bis sie Jasons Haus bis auf den Grund zerstört hat. Denn Medea ist keine normale Fremde, sie ist Halbgöttin und Zauberin und steht für das Maßlose, das Ungeheure, das dem griechischen Ideal der Mäßigung entgegensteht.

Mit: Judith Bohle, Markus Danzeisen, Stefan Gorski, Lieke Hoppe, Claudia Hübbecker, Torben Kessler (Jason), Jana Schulz (Medea), Michaela Steiger, Keith O’Brian u. a. — Regie: Roger Vontobel — Bühne: Muriel Gerstner — Kostüm: Tina Klömpken — Musik: Keith O’Brian — Dramaturgie: Felicitas Zürcher

Foto: Thomas Rabsch

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