Manfred Evers: Wider die CDU-Glorifizierung

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Ratingen. Manfred Evers ist unabhängiger Bürgermeisterkandidat in Ratingen. Früher war er für die Wählervereinigung Ratinger Linke im Stadtrat, heute ist er Mitglied im Seniorenrat. Im Gespräch mit dem Lintorfer lässt er kein gutes Haar an Bürgermeister Klaus Pesch und die ihn unterstützende CDU.

Die frühzeitige Kandidatur von Pesch als Kandidat der CDU und die Nichtreaktion von SPD, Grüne und FDP habe zu einer Schockstarre im Rat geführt, so Evers. „Diese Schockstarre scheint sich bis jetzt, obwohl wir uns mitten im Wahlkampf befinden, fortzusetzen“, erklärt Evers.

Anders könne er sich das Verhalten der anderen Parteien bezüglich der „Erfolgsmeldungen“ der CDU im Zusammenwirken mit ihrem Bürgermeister, nicht erklären. „Die Ratinger CDU verhält sich so, wie es der SED immer vorgehalten wurde: Sie, die CDU Ratingen, ist die stadttragende Partei, die alles umsetzt, die anderen Parteien sind Staffage, um den Schein zu wahren“, erregt Manfred Evers sich.

Manfred Evers (Foto: privat)

Ein Blick auf die Mehrheitsverhältnisse spräche eine klare Sprache. Die CDU-Fraktion habe nur noch 20 Sitze im 58 Sitze umfassenden Stadtrat. Sie sei also sehr weit von der absoluten Mehrheit (30 Sitze) entfernt.

Aber die meisten Anträge würden im Stadtrat einstimmig oder zumindest mehrheitlich verabschiedet. „Desweiteren sollte man verschiedene CDU-Anträge einmal einer DNA-Analyse unterziehen“, so Evers. Dabei würde schnell festgestellt, dass die „Ursprungserzeuger*innen nicht der CDU angehören“.

Geradezu peinlich wäre die Glorifizierung der „Erfolge“ beim neuen Rathaus, meint der unabhängige Bürgermeisterkandidat. Fakt sei, dass der damalige Bürgermeister Harald Birkenkamp (BU) einer der Hauptinitiatoren war. CDU, BU und SPD hätten gemeinsam die Pläne für das neue Rathaus umgesetzt. „Wenn man das neue Rathaus also als Erfolgsgeschichte verkaufen möchte, handelt es sich eher um den Erfolg einer Patchwork-Familie.“

Fakt sei aber auch, dass der Neubau gut in die Serie „Pleiten, Pech und Pannen“ passen würde. Die Lichtzeichenanlage an der Tiefgarage sei noch nicht installiert und im Eingang hätten die Bodenfliesen „hörbare Schäden“.

Auch die Dirt-Bike-Strecke in Hösel sei keine CDU-Idee gewesen, stellt Evers fest. „Dies war eine Idee des Ratinger Jugendrates.“

„Ich vermisse, dass die übrigen Parteien – die rechtsextreme AfD lasse ich bewusst außen vor – sich dies ohne Widerspruch im Großen und Ganzen gefallen lassen“, stellt Manfred Evers abschließend fest.  Er hofft, dass die Wähler am 13. September die passende Antwort geben werden.

Foto: privat

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