Lintorfer hadern mit CDU-Wohnprogramm

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Lintorf/Ratingen. Am vergangenen Dienstag stellte die CDU Ratingen ihren in monatelanger, parteiinterner Diskussion entwickelten „Fahrplan für ein Wohn- und Investitionsprogramm zur Schaffung von zusätzlichem, bedarfsgerechten Wohnraum in Ratingen“ vor. Der Lintorfer berichtete am Mittwoch. In Lintorf führt das sechsseitige Papier zu heftigen Diskussionen und stößt auf Kritik. Mancher Lintorfer befürchtet ein noch größeres Verkehrschaos und den Verlust des dörflichen Charakters.

„Erst müssten die entsprechenden Voraussetzungen für weiteren Wohnraum geschaffen sein und nicht anders herum“, schreibt Stefanie Kruschel auf der Facebookseite des Lintorfers.

„Wir werden die Chance auf noch mehr Verkehrschaos, auf weitere zerstörte Natur bekommen. Ich finde, es reicht“, merkt Andrea Spel. in ihrem Kommentar an.

Der neue Regionalplan sieht vor, dass das Gebiet am Drüge Emmer an der Kalkumer Straße durch die Stadt Ratingen als Baugebiet entwickelt werden kann.

„Durch die Änderung des Regionalplans besteht die Möglichkeit, das Gebiet zu entwickeln“, betont der aus Lintorf stammende CDU-Stadtverbandsvorsitzende Patrick Anders. Die Christdemokraten glauben, dass diese Chance genutzt werden sollte. Ein neues Wohngebiet könne auch den Realschulstandort Lintorf sichern, so Anders. Neue Einwohner würden auch den Lintorfer Vereinen neue Perspektiven bieten.

Ewald Vielhaus, CDU-Fraktionsvorsitzender, erklärt im Gespräch den weiteren Weg vom Acker zum Wohngebiet: „Zunächst einmal wird über die mögliche Änderung des Flächennutzungsplanes im Bezirksausschuss diskutiert.“ Hier haben alle die Gelegenheit sich zu äußern und ihre Gedanken und Vorschläge einzubringen. Auch die Lintorfer, so Vielhaus, seien gefragt, sich in die Diskussion einzubringen.

Er weist daraufhin, dass die von vielen Lintorfern und auch Tiefenbroichern und Ratingern gewünschte Reaktivierung der Westbahn nur möglich sein werde, wenn entlang der Strecke neue Wohngebiete entstünden. Die Gutachten zeigten, dass nur dann eine S-Bahn wirtschaftlich sein könnte.

Patrick Anders nannte als Beispiel dafür das große in Wedau geplante Wohngebiet an der Eisenbahnlinie. Er fürchtet, dass auch junge Lintorfer Familien dort hin abwandern könnten. Deshalb sei preiswerter Wohnraum auch in Lintorf notwendig.

„Die Preise sind in Ratingen und Lintorf hoch, weil das Angebot so gering ist“, stellte Vielhaus fest. Bei der Bebauungsplanung könne aber durchaus Einfluss genommen werden, auch zum Beispiel indem die Stadt Grund und Boden erwerbe. Die CDU könne sich aber auch Siedlungsmodelle vorstellen, wo die künftigen Eigentümer etwa die verschiedenen Gewerke gemeinsam vergeben würden.

Die CDU sieht ihr Wohnprogramm jedenfalls nicht als kurzfristiges Wahlprogramm sondern als mittelfristige Möglichkeit, die Attraktivität Lintorfs und Ratingens als Wohnstandort zu erhalten.

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