Lintorf: Früher kam das Christkind später

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Lintorf. Das Christkind kommt an Heiligabend. Vor oder nach der Christmette, vor oder nach dem festlichen Mahl gibt es die Geschenke. Doch das war nicht immer so in Lintorf. Vor dem Zweiten Weltkrieg brachte das Christkind in Lintorf die Geschenke erst am ersten Weihnachtstag nach der morgendlichen Weihnachtsmesse.

„Wenn wir von der Frühmesse nach Hause kamen, war der Gabentisch gedeckt“, erzählt eine Lintorferin, die sich an die Weihnachten ihrer Kindheit erinnert. Die Frühmesse war aber wohl schon um fünf Uhr in der Frühe.

Erst in den Jahren nach dem Kriege habe sich das geändert, erzählt die Lintorferin. Die Sitte, die Bescherung schon an Heiligabend zu machen, hätten die Flüchtlinge aus den Großstädten wie Essen mitgebracht. Das habe sich dann auch in Lintorf durchgesetzt.

Auch der Weihnachtsbaum habe erst in der guten Stuben gestanden, wenn die Familie von der Christmette am frühen ersten Weihnachtstag nach Hause kam. Später habe man den Weihnachtsbaum dann an Heiligabend aufgestellt und geschmückt. Wie sollte schließlich das Christkind an Heiligabend kommen, wenn der Weihnachtsbaum noch nicht gestanden hätte.

Heute wird der Weihnachtsbaum in vielen Lintorfer Familien bereits lange vor dem Weihnachtsfest in der Wohnung aufgestellt; in manchen Familien schon mit Beginn der Adventszeit. Sitten und Bräuche ändern sich.

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