Letzte Sitzung des Jugendrates 2020

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Ratingen. Bei der letzten Sitzung des Jugendrates in diesem Jahr wurde in knapp drei Stunden diszipliniert und konzentriert eine umfangreiche Tagesordnung beraten.

Jetzt steht fest, dass die beliebten Jugendpartys auf dem Marktplatz und in der Stadthalle an Altweiber im Februar kommenden Jahres nicht stattfinden können. „Das wäre angesichts der Corona-Krise nicht zu verantworten. Je nachdem, wie sich die Lage entwickelt, sollen die Feiern später im Jahr in anderer Form nachgeholt werden“, sagte Sprecher Claus Köster. Als Alternativen zu (illegalen) Karnevalsfeiern seien Spiele- oder Filmabende in Jugendzentren denkbar. Dazu werden die Mitglieder jetzt mit den Besuchern und Mitarbeiterteams in den JUZ Ideen sammeln.

Auf der Tagesordnung stand zum wiederholten Mal die Digitalisierung an den weiterführenden Schulen. Ein Thema, bei dem der Jugendrat nicht locker lässt. Schuldezernent Rolf Steuwe hatte zunächst berichtet, was die Stadt als Schulträger unternommen hat: Die weiterführenden Schulen seien ans schnelle Glasfasernetz angeschlossen. Zudem habe man 2500 iPads beschafft, von denen 650 an Lehrer verteilt wurden. Weitere 1200 seien bestellt, allerdings derzeit nicht lieferbar – trotz drohender Konventionalstrafe für den Händler.

Die Schilderungen der Jugendratsmitglieder aus den Schulen ergaben folgendes Bild: Die Geräte seien zwar vielfach angeschafft worden, könnten aber nicht genutzt werden. „Die Smart-TVs sind so wackelig befestigt, dass man sie nicht anfassen darf. Außerdem sind sie nicht überall angeschlossen“, sagte Maurice Schams vom Kopernikus-Gymnasium Lintorf. Schuldezernent Rolf Steuwe sicherte die Verkabelung in den Weihnachtsferien zu.

Vom „schwächelnden Internet“ bis zum kompletten Verbindungsabbruch berichteten Jugendliche anderer Schulen. Der Dezernent informierte, dass der Einkauf von leistungsfähigen Bandbreiten teuer sei und erläuterte, die Schulen seien zu einer virtuellen Schule zusammengeschlossen, um sich so einen 1-Gigabit-Anschluss zu teilen. Ann-Cathrin Nieß vom Sprecherteam regte einen runden Tisch mit den zuständigen Ämtern und Mitgliedern des Jugendrates an. Der Dezernent sicherte den Mitgliedern ein Treffen, vermutlich per Videokonferenz, bereits Anfang Januar zu. Erfreut nahm der Jugendrat die Nachricht auf, dass die IT-Personalstellen zur Betreuung in den Schulen von zwei auf vier erhöht und zusätzlich ein externer Dienstleister beauftragt werden soll.

Die Situation an den Schulen in der Corona-Krise war ein weiteres Thema, bei dem die Jugendlichen ihre Alltagserfahrungen schilderten. Das regelmäßige Lüften sei angesichts der frostigen Temperaturen recht belastend – besonders für jene, die in Fensternähe sitzen. Auch in schlecht isolierten Pavillons mit Elektroheizungen sei die Lage schwierig. Die Schüler sprachen von einstelligen Gradzahlen. Durchgängig berichteten die Jugendlichen von überfüllten Schulbussen – egal auf welcher Linie. Rolf Steuwe erklärte, dass man versuche, den Unterrichtsbeginn zu entzerren, was aber schwierig sei. Auf den betroffenen Routen solle die Rheinbahn mehr Busse (E-Wagen) einsetzen.

Dass Beharrlichkeit sich auszahlt, erfuhr der Jugendrat bei seinem Vorstoß für Trinkwasserspender an weiterführenden Schulen. Konrad Schuster vom Carl-Friedrich-von-Weizsäcker-Gymnasium: „Wir freuen uns darüber, dass nach dem erfolgreichen Testlauf bei uns im kommenden Jahr nun die weiterführenden Schulen damit ausgestattet werden.“

Als Erfolg verbuchte der Jugendrat den Sachstandsbericht zur Instandsetzung von Fußgänger- und Fahrradwegen. Hierzu hatte der Jugendrat in den Sommerferien eine Mängelliste zusammen  gestellt. Der Fahrradbeauftragte der Stadt, Martin Willke, berichtete, dass die Stadt in Kontakt mit dem Landesbetrieb Straßen NRW sei, Schäden und Mängel auf städtischen Wegen würden nach und nach behoben.

Foto: Maik Grabosch

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