„Lesungen fehlten bisher in Lintorf!“

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Lintorf. Rund 70 „Leseratten“ begrüßte Rose Schlüter (links) von der Buchhandlung Schlüter bei der Krimilesung mit Horst Eckert (rechts) in der Manege. Der Düsseldorfer Krimiautor war sichtlich erstaunt, dass „ein solch großer Raum an einem Montagabend gefüllt werden kann“. Er stellte seinen neuen Kriminalroman „Der Preis des Todes“ vor. 

„Eine solche Veranstaltung hat uns in Lintorf noch gefehlt“, sagte eine Besucherin nach der Lesung dieser Zeitung. Bisher musste sie zu Lesungen immer nach Düsseldorf fahren. 

Annette Krüger von der Buchhandlung Schlüter freut sich über den Erfolg der Lesung: „Wir sind überrascht, dass das Format so gut von den Lintorfern angenommen wurde.“

„Der Preis des Todes“ ist Horst Eckerts 15. Kriminalroman. Seinen ersten schrieb der in Düsseldorf beheimatete ehemalige Journalist 1994. Die Rohfassung von „Annas Erbe“ war in acht Wochen fertig. „Heute schreibe ich an einem Roman im Schnitt anderthalb Jahre“, erklärt der gebürtige Oberpfälzer.

Zum Schreiben sei er gekommen, weil er an Weihnachten 1993 gleich drei schlechte Bücher gelesen habe. „Das kann ich besser, dachte ich und habe angefangen zu schreiben.“ Seit etwa 15 Jahren lebt er vom Schreiben.

In den ersten 14 Romanen ist immer ein Polizist oder eine Polizistin die Hauptfigur. Sie ist immer irgendwie in den Fall verwickelt. Deshalb habe auch jeder Roman eine andere Hauptfigur. „Der ermittelnde Kommissar kann nicht jedes Mal mit dem Täter verwandt sein“, so Eckert. 

Sein neuester Roman spielt in Düsseldorf und Berlin. Erstmals ist kein Polizist die Hauptfigur. Sarah Wolf hat eine Talkshow in der ARD. Und sie ist mit dem Mordopfer, Staatssekretär Christian Wagner, heimlich liiert. Eine spannende Geschichte aus dem Medienmilieu und der Bundespolitik, die auch irgendetwas mit einem Flüchtlingslager in Kenia zu tun hat.

„Sie dürfen mich jetzt alles fragen“, sagt Eckert, nachdem er mehrere Kapitel seines Romas vorgelesen hat. „Nur nicht, wer der Mörder ist.“

Die Lintorfer sind neugierig. Sie wollen wissen, ob er die Orte kennt, an denen seine Bücher spielen. Sie fragen nach seinen Lieblingskrimiautoren. Ein Zuhörer möchte wissen, wie der Arbeitsalltag eines Krimiautors aussieht. „Nach dem Frühstück gehe ich an den Schreibtisch und schreibe“, erklärt Horst Eckert.

Lieblingsautoren habe er viele, so Eckert. Beispielhaft nennt er den australischen Kimiautoren Peter Temple und den Amerikaner Don Winslow.

„Meine meisten Romane spielen in Düsseldorf“, sagt Eckert. Dort kenne er sich aus. Berlin, in dem der neue Roman zum Teil spielt, kenne er ebenfalls. Über das Lager in Kenia habe er sich über Internet und Presse informiert. Außerdem habe er Gelegenheit gehabt, mit einer Journalistin zu sprechen, die selbst dort recherchiert hatte.

„Meine Geschichten sind erstunken und erlogen“, gibt Horst Eckert zu. „Aber die Orte sollten stimmen.“

Nach knapp zwei Stunden gingen die Lintorfer nach Hause. Manch einer erstand vorher noch einen der 15 Romane Horst Eckerts. Und alle hoffen, dass die Buchhandlung Schlüter auch künftig Lesungen in der Manege anbietet.

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