Lesart-Gespräch: Wo fängt Rassismus an?

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Essen. Der Fall Tönnies hat es erst kürzlich wieder eindrücklich vorgeführt: Leichtfertig rausgeplapperte Äußerungen – vielleicht noch als Scherz kaschiert – offenbaren, welche Denkweisen tief in den Köpfen der Menschen verwurzelt sind. Sie befördern eine Diskussion, in der zurecht gefragt wird „Deutschland 2019: Wo fängt Rassismus an?“. Unter diesem Titel steht auch die nächste Ausgabe der Sachbuchreihe „Lesart“ von Deutschlandfunk Kultur, die am Dienstag, 10. September, ab 20 Uhr im Café Central des Essener Grillo-Theaters aufgezeichnet wird. Die Gäste bei Moderator Christian Rabhansl sind dann die Autorinnen Alice Hasters und Charlotte Wiedemann sowie WAZ-Kulturchef Jens Dirksen.

Von Alice Hasters, 1989 in Köln geboren, erscheint am 23. September bei hanserblau das Buch „Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen aber wissen sollten“, in dem sie beschreibt, was es bedeutet, heute als Schwarze Frau in Deutschland zu leben und warum nicht nur Skinheads mit Springerstiefeln Rassisten sein können. Hasters studierte Journalismus in München und arbeitet unter anderen für die Tagesschau und den RBB. Mit Maxi Häcke spricht sie im monatlichen Podcast Feuer&Brot über Feminismus und Popkultur.

In ihrem neuen Buch „Der lange Abschied von der weißen Dominanz“ (dtv) untersucht Charlotte Wiedemann, was Deutsch-Sein oder was Europäer-Sein in einer Zeit bedeutet, in der die Weltordnung immer weniger vom Westen und von einer weißen Minderheit bestimmt wird. Das Ende weißer Dominanz bedeutet für sie: Europa muss einen Statusverlust verkraften, und der Westen kann anderen seine Definitionen von Fortschritt, Entwicklung oder Feminismus nicht länger aufdrängen. Dem Leben in Pluralität müsse ein Denken in Pluralität folgen.

Charlotte Wiedemann ist Journalistin und Autorin. Sie hat für Geo, Die Zeit und NZZ sowie als Kolumnistin für die taz geschrieben. Als Auslandsreporterin in Ländern Asiens und Afrikas, vor allem der islamischen Welt, hat sie sich seit Jahren mit der Thematik „Wir und die anderen“ auseinandergesetzt. 2017 erhielt sie den Spezial-Preis der Otto-Brenner-Stiftung für ihr Lebenswerk.

Der Eintritt kostet acht Euro. Karten gibt es im Vorverkauf im TUP-Ticketcenter, Telefon 0201/81 22-200, und in der Buchhandlung Proust, Telefon 0201/ 839 68 40.

Alice Hasters (Foto: H. Henkensiefken)

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