Kunstinstallation in der evangelischen Kirche

Werbung

Lintorf. Die Kirchrauminstallation „Es werde Licht“ von Wilfried Diesterheft-Brehme, bildender Künstler und evangelischer Pfarrer aus Angermund, ist eine KunstAktion mit Licht, Papier und Karton, lädt zum Mitmachen ein und bringt eindrucksvoll Licht in das Dunkel der Vergangenheit. Die Eröffnung ist am Freitag, 13. Oktober, 19 Uhr während der „Nacht der Offenen Kirchen“ in der evangelischen Kirche Lintorf, Konrad-Adenauer-Platz 11 Danach ist die Kirche täglich bis zum 30. Oktober von 17 bis 20 Uhr geöffnet.

Ausgangspunkt und Anlässe sind zum einen das 150jährige Bestehen der Kirche, zum anderen das Reformationsprojekt des Kirchenkreises „Augenmerk – Kirche neu sehen”.

Kartons, Kisten, Akten, Bilder aus dem Kirchenarchiv sind in einer Lichtinstallation verpackt und verhüllt. Die Geschichten und Berichte, die darin verborgen sind, werden zum Teil im Laufe der “Nacht der offenen Kirchen” sichtbar gemacht. Der Künstler erklärt: „Aber vieles bleibt zunächst noch im Verborgenen. Bis zum 31. Oktober wird jeden Tag ein anderes Objekt neu zu sehen sein. So wird der Kirchraum zu einem Ort, in welchem Kunst, Religion und Form in einen spielerischen Dialog mit den Besuchern treten.“

Im Jahre 1847 lag die Lintorfer Gemeinde ganz am Boden. Am 23. September 1849 fand im Friedrichskothen nachmittags um 14.30 Uhr der erste Gottesdienst seit langer Zeit statt. Fünfzehn Monate später zog Pfarrer Eduard Dietrich in den recht baufälligen Rüping ein. Die räumlichen Verhältnisse im Betsaal des Friedrichskothens waren für einen Gottesdienst damals unhaltbar. Der königliche Bauinspektor legte an entsprechender Stelle seinen Einspruch ein. Es musste dringend gehandelt werden, der Bau einer Kirche war notwendig.

Auf der Gemeindeversammlung am 22. April 1862 sagten 37 Personen aus der Gemeinde verbindlich zu, den Bau einer Kirche finanziell zu unterstützen. Die Höhe der Zusicherungen lag bei umgerechnet rund 2000 Euro pro Familie. Darüber hinaus wurden Kollekten gesammelt. Zusätzlich spendeten Gemeinden aus dem gesamten Rheinland, aus den aufstrebenden Industriestädten an Rhein und Ruhr sowie aus ganz Europa beträchtliche Geldsummen für den Kirchenbau in Lintorf.

Am 19. März 1866 wurde der Grundstein gelegt. 200.000 Ziegelsteine wurden von dem Maurermeister Anton Gruiter verbaut. 17 Monate später fand die Einweihung statt. Der Kirchenbau war zwar noch nicht ganz fertig, aber ein Gottesdienst konnte gefeiert werden.

Der Lintorfer Pfarrer Frank Wächtershäuser erklärt: „Unsere Kirche ist im Jubiläumsjahr geschmückt von vielen Bildern, die daran erinnern, dass der Glaube eine Brücke schlagen kann: zwischen Jung und Alt, Arm und Reich, innerhalb Europas und weltweit. Sollte ich ihr einen Namen geben, ich würde sie wohl „Versöhnungskirche“ nennen – auch wenn es das in Ratingen-West schon einmal gibt. Ich wünsche mir viele Versöhnungskirchen; das wäre eine aktuelle Botschaft nach 150 Jahren.“

Wilfried Diesterheft-Brehme absolvierte seine künstlerische Ausbildung in Playing Arts im Burckhardthaus Gelnhausen in Kooperation mit dem  Mozarteum Salzburg. Er arbeitet in seinem Atelier in Düsseldorf-Oberbilk. Dazu mehr seiner Internetseite.

Mehr Information zur Nacht der Offenen Kirchen

Werbung

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.