Künstlergespräch mit Yildirim Denizli und Frank Schulte

Werbung

Ratingen. Das Museum Ratingen in der Grabenstraße 21 lädt am Donnerstag, 9. November, um 18 Uhr ein zu einem Künstlergespräch mit Yildirim Denizli und Pfarrer Frank Schulte. Anlass ist die Entstehung des Emmaus-Fensters, Arbeiten von Yıldırım Denizli im Foyer des Museums zu zeigen, die mit ihrer zeitgenössischen Position die Ausstellung „Kirchenschätze – Lutherisch. Reformiert. Evangelisch“ bis zum 4. Februar 2018 ergänzen. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. 

Der Bildhauer Denizli, der seit seinem Studium an der Kunstakademie Düsseldorf in Ratingen lebt und arbeitet, erschafft mit seinen Skulpturen eine faszinierende neue Welt voller Witz und überraschender Einfälle. In seinen Gestalten werden bei aller Diversität vertraute Eigenschaften des menschlichen Wesens sichtbar. Dinge des alltäglichen Lebens nimmt er zum Ausgangspunkt seiner Entwürfe und lässt sich von ihnen inspirieren.

Auch die Musik spielt eine wichtige Rolle: So ist seine jüngste Werkreihe inspiriert von dem türkischen, international erfolgreichen Hit „Kiss Kiss“ von Tarkan. Wie das Lied verbreiten auch Denizlis Kussmünder gute Laune. Gleichzeitig stehen sie für ein gutes Miteinander, für das sich Denizli auch mit seinem künstlerischen Schaffen einsetzt, indem er kulturelle Grenzen überschreitet.

So schuf der Künstler, der 1946 im türkischen Erzurum geboren wurde und selbst aus dem muslimischen Kulturkreis stammt, 2015 ein Fenster für den Saal der evangelischen Emmaus-Gemeinde in Ratingen. Initiator des Projekts war Pfarrer Frank Schulte. Das bunt schimmernde Glas der Fensterinstallation bricht das einfallende Tageslicht wie in einer mittelalterlichen Kathedrale. Es setzt sich jedoch zusammen aus Glasobjekten des alltäglichen Lebens, die neben und übereinander arrangiert sind und durch die vielfache Brechung des Lichts den Eindruck von unendlicher Tiefe und Farbigkeit vermitteln. Yıldırım Denizli setzte die Alltagsobjekte ein, um eine Vertrautheit zu erzeugen, die den Besucher ergreift, wenn er den Raum betritt und eine Verbindung zu der Emmaus-Geschichte herstellt. Darin erkennen die Jünger Christus nicht durch seine theologischen Ausführungen sondern in der Verrichtung alltäglicher Handlungen. Pfarrer Frank Schulte hatte Denizli für diese Aufgabe gewinnen können. Schulte war es wichtig, einen Künstler aus nicht-christlichem Umfeld zu beauftragen. Er erhoffte sich dadurch einen neuen Blick auf die tradierte Geschichte und eine spannende Interpretation der Emmaus-Geschichte.

Werbung

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.